Dramatischer Stromkollaps auf Kuba: US-Botschaft versinkt im Dunkeln – Energiekrise erreicht neuen Höhepunkt

Am Samstag kam es in Kuba erneut zu einem landesweiten Stromausfall, der die gesamte Insel zum dritten Mal in diesem März in Dunkelheit tauchte. Die kubanische Regierung sieht sich mit einer veralteten Energieinfrastruktur und einer sich zuspitzenden US-Ölblockade konfrontiert.

Laut der staatlichen Energiebehörde wurde der Stromausfall durch eine Störung in einem Aggregat eines fossil befeuerten Kraftwerks ausgelöst, die eine “Kaskadenwirkung” im gesamten Netz zur Folge hatte. Um kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Wasserwerke notversorgen zu können, wurden Mikronetze aktiviert. In den Straßen Havannas herrschte am Samstagabend weitgehend Finsternis. Einige Fußgänger nutzten ihre Mobiltelefone als Lichtquelle, wie die DW berichtete.

Von den Versorgungsproblemen ist auch die US-Botschaft in der Hauptstadt betroffen. Die Washington Post berichtete, die kubanische Regierung habe einen Antrag der Botschaft auf Dieselimporte für ihre Generatoren abgelehnt. Die Botschaft beanspruche “schamlos” ein Privileg für sich, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es aus Regierungskreisen.

Die Lage um die Insel spitzt sich weiter zu. Bereits Ende Januar unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine präsidiale Anordnung gegen Kuba. Er warf der Regierung vor, “außergewöhnliche Handlungen” zu begehen, die den USA schadeten, darunter die angebliche Unterstützung “feindlicher Länder und Terrorgruppen”. Die Anordnung führte zudem neue Zölle auf Waren aus Ländern ein, die Öl an Kuba liefern.

In den vergangenen Wochen führte dies auf der Insel zu erheblicher Treibstoffknappheit und verschärfte den wirtschaftlichen Niedergang. Am Montag verschärfte Trump in gewohnter Weise seine Rhetorik und erklärte gegenüber Reportern im Oval Office:

“Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu nehmen. Das ist eine große Ehre. Kuba in irgendeiner Form zu nehmen. Ob ich es befreie, es nehme – ich glaube, ich könnte alles damit machen, was ich will, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen. Sie sind im Moment eine sehr geschwächte Nation.”

Zuvor hatte Trump bereits mit einer “freundlichen Übernahme” des langjährigen US-Gegners gedroht. Er bestätigte zwar Gespräche der kubanischen Regierung mit den USA, nannte jedoch keine Details zu diesen Kontakten.

Als Reaktion auf Trumps Äußerungen erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am darauffolgenden Morgen, Russland stehe in engem Kontakt mit Kuba wegen der Energiekrise und sei “bereit, jede mögliche Hilfe zu leisten.” Kuba sei ein souveräner Staat, der unter dem “erstickenden Embargo” leide. Das russische Außenministerium kündigte in einer Erklärung “notwendige Unterstützung, einschließlich materieller Hilfe” an. Schiffsfahrtagenturen meldeten, dass sich mindestens ein russischer Öltanker auf dem Weg nach Kuba befinde, der voraussichtlich am 23. März eintreffen werde.

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