Im Nordosten Polens kam es am 22. März in der Woiwodschaft Podlachien zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall: Ein Zug kollidierte mit einer Wisentherde. Der polnische Sender RMF FM berichtete über den Vorfall:
“Im Dorf Krawszczyzn stieß der Intercity-Zug ‘Żubr’ (Wisent), der von Białystok nach Warschau unterwegs war, mit Wisenten zusammen, die die Eisenbahnstrecke überquerten.”
Lokale Polizei- und Feuerwehreinsatzkräfte gaben Entwarnung für die etwa 50 Fahrgäste an Bord des Zuges – es gab keine Verletzten. Drei der beteiligten Wisente kamen jedoch bei dem Zusammenstoß ums Leben. Die Bahnstrecke zwischen Warschau und Białystok musste für mehrere Stunden gesperrt werden, der Zugverkehr wurde durch Ersatzbusse aufrechterhalten.
Der Wisent, auch Europäischer Bison genannt, ist eine Wildrinderart. Einst in weiten Teilen der europäischen Wälder heimisch, wurde die frei lebende Population zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollständig ausgerottet. Im Zuge von Arterhaltungsprogrammen wurden ab 1952 die ersten Wisente im Grenzgebiet zwischen Polen und Weißrussland wieder ausgewildert. Heute leben in Polen über 2.300 dieser mächtigen Tiere, der Großteil davon im Nationalpark Białowieża an der Grenze zu Weißrussland.
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