Eine detaillierte Analyse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz durch die Forschungsgruppe Wahlen offenbart tiefgreifende Unterschiede im Wahlverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen.
Besonders auffällig ist das Ergebnis bei den jungen Wählern unter 30 Jahren: Hier wurde die AfD mit 22 Prozent zur stärksten Kraft. Es folgten die SPD mit 19 Prozent und die Linke mit 17 Prozent, die jedoch insgesamt an der Fünfprozenthürde scheiterte. Die CDU (14 %) und die Grünen (11 %) schnitten in dieser Altersgruppe vergleichsweise schwach ab.
Für die CDU zeigt sich ein eindeutiger Trend: Je älter die Wählergruppe, desto besser ihr Abschneiden. Während sie bei den 30- bis 44-Jährigen auf 22 Prozent kam (hier führte die AfD mit 26 %), erreichte sie bei den 45- bis 59-Jährigen bereits 30 Prozent. Den entscheidenden Vorsprung verschaffte der Union jedoch die Generation 60plus, wo sie mit 40 Prozent der Stimmen klar dominierte. Die Forschungsgruppe Wahlen kommentiert:
“Die Basis für den CDU-Wahlsieg legt sehr klar die ältere Generation: Nach einem deutlichen Plus liegt die CDU bei den Ab-60-Jährigen mit 40 Prozent weit vor der SPD (34 Prozent) und einer hier relativ schwachen AfD (14 Prozent). Die Grünen schaffen in der Generation 60plus nur sechs Prozent.”
Signifikante Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Geschlechtern. Zwar erreichte die CDU bei Männern und Frauen jeweils 30 Prozent, doch wählten Frauen deutlich häufiger die SPD (29 %) als Männer (24 %). Umgekehrt schnitt die AfD bei Männern mit 24 Prozent deutlich besser ab als bei Frauen (16 %).
Ein bemerkenswerter Wandel vollzieht sich bei den Arbeitern: Die SPD, einst ihre klassische Stammwählerschaft, brach hier von 38 Prozent (2021) auf nur noch 26 Prozent ein. Die AfD konnte in derselben Gruppe ihren Anteil von 15 auf 30 Prozent verdoppeln und wurde damit zur stärksten Partei.
Unter Beamten (43 %) und Selbstständigen (42 %) war die CDU die mit Abstand dominierende Kraft. Ihr bestes Ergebnis erzielte die SPD mit 28 Prozent bei den Angestellten, dicht gefolgt von der Union mit 27 Prozent.
Die Auswertung nach Bildungsabschlüssen zeigt die CDU in allen Kategorien vorn. Bei Wählern mit Hochschulabschluss erreichte die AfD mit nur zehn Prozent ihren niedrigsten Wert, während die Grünen hier mit 16 Prozent ihr bestes Ergebnis erzielten.
Die Wahl am 22. März endete mit einem historischen Ergebnis: Die CDU gewann mit 31 Prozent, die seit 1991 regierende SPD kam auf 25,9 Prozent. Die AfD erreichte mit 19,5 Prozent ihr bislang bestes Resultat in einem westdeutschen Bundesland. Die Grünen (7,9 %) zogen erneut in den Landtag ein, während die FDP (2,1 %), die Freien Wähler (4,2 %) und die Linke (4,4 %) an der Fünfprozenthürde scheiterten.
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