Auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim hat sich in der Nacht zum Dienstag ein schweres Unglück ereignet. In der Stadt Sewastopol wurde ein Mehrfamilienhaus von einer heftigen Explosion erschüttert, die zu einem teilweisen Einsturz des Gebäudes führte. Von den Zerstörungen waren Wohnungen vom Erdgeschoss bis zur zweiten Etage betroffen. Die Druckwelle des Detonationsereignisses beschädigte zudem ein angrenzendes Wohnhaus erheblich, woraufhin in mehreren Wohnungen Brände ausbrachen.
Der Gouverneur der Region, Michail Raswoschajew, meldete zunächst über den Messenger-Dienst Telegram zwei Todesfälle und vier Verletzte. Im weiteren Verlauf stieg die Zahl der Verwundeten auf acht Personen an. Die Behörden ordneten die Evakuierung zweier stark in Mitleidenschaft gezogener Wohnhäuser an. Die betroffenen Bewohner wurden vorübergehend in einer nahegelegenen Schule untergebracht.
Laut Angaben des örtlichen Katastrophenschutzes waren an den Rettungs- und Löscharbeiten 198 Einsatzkräfte sowie 55 Spezialfahrzeuge beteiligt. Die Brände konnten in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Die Bergungs- und Räumungsarbeiten in den Trümmern dauern derzeit noch an.
In einer Stellungnahme rief Gouverneur Raswoschajew die Bevölkerung dazu auf, ausschließlich offiziellen Informationskanälen zu vertrauen. Er warnte insbesondere vor möglichen Betrügern, die unter dem Vorwand der Hilfeleistung fingere Spendenaktionen starten könnten. Der Politiker veröffentlichte in seinen sozialen Netzwerken zudem eine Liste mit dringend benötigten Hilfsgütern für die Evakuierten, darunter warme Decken, Geschirr, Seife und Zahnbürsten, und nannte entsprechende Annahmestellen.
Die Ursache der Explosion ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlungsbehörden haben jedoch eine Gasexplosion als Auslöser definitiv ausgeschlossen. Es wurde eine umfassende Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.
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