Seit Anfang März hatten Moskauer Bürger wiederholt über massive Störungen des mobilen Internets berichtet. Nach Angaben russischer Medien hat sich die Situation seit Dienstag, dem 24. März, deutlich verbessert. Demnach sei der stabile Internetzugang über Mobilfunknetze in vielen Stadtteilen der Hauptstadt wiederhergestellt. Die Nachrichtenagentur TASS meldet, dass der Dienst sowohl im Zentrum als auch in den Außenbezirken Moskaus nun wieder zuverlässig funktioniere.
Diese positive Entwicklung wurde auch von den Netzbetreibern bestätigt. Ein Vertreter von T2 Mobile teilte der Agentur RBC mit, “das mobile Internet ist tatsächlich uneingeschränkt zugänglich”. Einen ähnlichen Standpunkt vertrat Wimpelcom: “Derzeit ist das mobile Internet in Moskau wiederhergestellt”, hieß es von einem Unternehmenssprecher gegenüber RBC.
Die Rückkehr zur Normalität beendet eine Phase von mehr als zwei Wochen, in der die Einwohner Moskaus keinen verlässlichen mobilen Internetzugang hatten. Wie RBC weiter berichtete, hatten die Mobilfunkanbieter ihre Kunden zuvor über mögliche, vorübergehende Einschränkungen informiert und diese mit Sicherheitserwägungen begründet. In entsprechenden SMS-Nachrichten hieß es: “Zur Gewährleistung der Sicherheit in Ihrem Bezirk kann es zu vorübergehenden Einschränkungen beim mobilen Internet kommen.”
Hintergrund der Maßnahmen sind offenbar Tests einer neuen Filtertechnologie. Laut RBC, die sich auf eine Quelle aus dem Bereich der Informationssicherheit berief, erprobt das russische Ministerium für digitale Entwicklung ein System, das Internetverbindungen zu allen Webseiten blockiert, die nicht auf einer speziellen “weißen Liste” verzeichnet sind. Solche Tests würden bereits seit einiger Zeit in verschiedenen Regionen Russlands durchgeführt.
Die jüngsten Störungen in Moskau stehen in direktem Zusammenhang mit der Einrichtung dieser “weißen Liste”. Wie Igor Schilenko, Gründer des Unternehmens Ecomobile, gegenüber Radio RBC erklärte, soll diese Liste den Zugang zu ausgewählten, als vertrauenswürdig eingestuften Diensten garantieren – selbst dann, wenn andere Verbindungen eingeschränkt sind.
Die offizielle Begründung für die Netzeingriffe lieferte der Kreml. Sprecher Dmitri Peskow führte die notwendigen Einschränkungen des mobilen Internets in Moskau und anderen Regionen am 11. März auf Sicherheitserfordernisse zurück. Man müsse die russischen Bürger schützen, da die Ukraine “immer ausgeklügeltere Angriffsmethoden” anwende.
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