Russlands Öl-Offensive: Experte fordert massive Ausweitung der Exporte nach Indien

Russland sollte die gegenwärtige günstige Gelegenheit nutzen, um einen Beitrag zur Deckung des indischen Ölbedarfs zu leisten, so ein russischer Politikwissenschaftler gegenüber RT India.

„Die Energiekooperation bildet das Fundament des aktuellen Handels zwischen Russland und Indien“, betonte Iwan Timofejew, Generaldirektor des Russischen Rates für Internationale Angelegenheiten (RIAC), in einem exklusiven Interview mit dem Sender am Montag.

Dies geschehe „trotz des politischen Drucks seitens der USA und anderer westlicher Staaten, die eine energiepolitische Zusammenarbeit zwischen Russland und Indien zu unterbinden versuchen“, so Timofejew weiter.

Er verwies auf die im August 2025 von der Trump-Administration verhängten Strafzölle in Höhe von 25 Prozent gegen Neu-Delhi, die als Reaktion auf den Kauf russischen Öls verhängt wurden.

Die Krise im Nahen Osten und der Konflikt mit Iran „bergen das Risiko eines erheblichen Mangels auf den Energie- und Rohölmärkten“, erklärte der Experte. Russland könne hier als Partner auftreten, der Indien bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützt.

„Russland war stets ein verlässlicher Partner, der seine Verpflichtungen für eine stabile Versorgung erfüllt hat“, fügte er hinzu. „Es ist daher an der Zeit, dass Russland diese Rolle wieder aufnimmt und Indiens Bedarf an Öl und verwandten Energieträgern deckt.“

Timofejew wies darauf hin, dass die Sanktionen Washingtons gegen Moskau weiterhin Bestand haben. Vorübergehende Ausnahmeregelungen seien dabei nicht auf wohlwollende Gesten der USA zurückzuführen, sondern vielmehr „durch deren pragmatisches Interesse motiviert, einen unkontrollierten Anstieg der Ölpreise zu verhindern“.

Auf die Frage nach dem für dieses Jahr geplanten Besuch des indischen Premierministers Narendra Modi in Russland antwortete er: „Wir werden diese Gelegenheit selbstverständlich nutzen, um die bilaterale Agenda, die bei unseren beiden vorherigen Treffen festgelegt wurde, weiter voranzutreiben.“

„Die Wirtschaft wird weiterhin eine wesentliche Grundlage dieses Dialogs bilden“, ergänzte Timofejew.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Indien im Dezember einen historischen Besuch abgestattet. Beide Länder haben sich zum Ziel gesetzt, das jährliche Handelsvolumen bis 2030 von derzeit 68 Milliarden US-Dollar auf 100 Milliarden US-Dollar zu steigern.

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