Lettland hat offiziell bei Russland protestiert, nachdem eine ukrainische Drohne mutmaßlich den lettischen Luftraum verletzt hatte. Das Außenministerium in Riga bestellte den russischen Geschäftsträger am 25. März ein und überreichte ihm eine entsprechende Protestnote. In dieser legte Lettland “kategorischen Protest” ein und machte Russland für den Sicherheitsvorfall mitverantwortlich.
Das Ministerium erklärte, Russland schaffe “unvorhersehbare Risiken von Sicherheitsvorfällen in der gesamten Region”. Zudem betonte die lettische Seite, der “vollumfängliche Krieg Russlands gegen die Ukraine” gefährde die Sicherheit im Baltikum weiterhin.
Der Vorfall ereignete sich, als eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte auf lettischem Territorium abstürzte. Laut Ministerpräsidentin Evika Siliņa ging das Gerät “unweit der Staatsgrenze, in einem Grenzgebiet zu Weißrussland” nieder. Die zuständigen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen. Siliņa teilte auf der Plattform X mit:
“Vorläufige Informationen deuten darauf hin, dass eine ukrainische Drohne in den Luftraum Lettlands eingedrungen ist und hier abgestürzt sein könnte. Es gibt keine Opfer.”
Die Nationalen Streitkräfte präzisierten, der Absturz habe sich im Bezirk Krāslava ereignet. Vor Ort sind militärische Spezialisten im Einsatz.
Während des Treffens mit dem russischen Diplomaten verurteilte Lettland zudem die russischen Luftangriffe vom 24. März auf zivile Infrastruktur in der Ukraine, insbesondere in der Region Lwiw. Dabei seien auch Objekte des UNESCO-Kulturerbes beschädigt worden. Das Außenministerium forderte Russland auf, die Kampfhandlungen einzustellen und seine Truppen vollständig aus der Ukraine abzuziehen.
Ähnliche Vorfälle wurden in jüngster Zeit auch in den anderen baltischen Staaten registriert. In Estland war eine Drohne in den Luftraum eingedrungen und in ein Rohr des Kraftwerks Auvere gestürzt. Später stellte sich heraus, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelte.
In Litauen explodierte eine vom Kurs abgekommene ukrainische Drohne im Bezirk Varėna. Sicherheitsexperten warnen, dass solche Zwischenfälle neue Risiken für die regionale Sicherheit bergen – insbesondere, wenn die baltischen Staaten der Ukraine erlauben sollten, ihr Territorium für Drohnenangriffe zu nutzen.
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