Frankreichs Gold-Heimholung: Banque de France holt Milliarden aus New York zurück

Die Banque de France hat angekündigt, ihre verbliebenen Goldbestände in den USA zu verkaufen, um die Lagerung ihrer Reserven zu optimieren. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Aufsichtsbehörde hervor. In den vergangenen Jahrzehnten hat die französische Zentralbank ihr Gold entweder zurückgeführt oder schrittweise durch Barren ersetzt, die den heutigen internationalen Standards entsprechen. Zwischen Juli 2025 und Januar 2026 wurden 129 Tonnen Gold – etwa fünf Prozent der französischen Goldreserven – aus den USA veräußert. Eine entsprechende Menge in Europa erworbenes Gold wird nun ausschließlich in Paris gelagert. Die Zeitung *Kommersant* berichtet:

> “Die französische Zentralbank wies zudem darauf hin, dass sie durch den Verkauf ihrer in den USA gelagerten Goldreserven einen Gewinn von 12,8 Milliarden Euro erzielt habe. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Goldpreise in letzter Zeit stetig gestiegen sind und wiederholt historische Höchststände erreicht haben.”

Seit einigen Jahren, besonders nach 2022, ist ein klarer Trend zu beobachten: Immer mehr Länder holen ihre Goldreserven aus den USA und anderen westlichen Staaten zurück und diversifizieren ihre Reserven weg vom US-Dollar. Experten sehen als Hauptgrund dafür die zunehmende “geopolitische Instabilität” und das Risiko eingefrorener Vermögenswerte, ähnlich wie es bei den russischen Reserven geschehen ist.

Nachdem die Vereinigten Staaten die russischen Währungsreserven eingefroren hatten, entschlossen sich andere Nationen, vorsorglich ihr Gold aus westlichen Lagern in die Heimat zurückzuholen. Laut einer Studie der US-Investmentgesellschaft Invesco haben bereits 68 Prozent der internationalen Zentralbanken begonnen, das Edelmetall zurückzuführen. An der Umfrage nahmen über 130 Staatsfonds und Notenbanken teil. Der Bericht nennt zwar keine konkreten Namen, doch nach Angaben der Nachrichtenagentur *RIA Nowosti* dürften sich die Befragungen vor allem auf die großen europäischen Volkswirtschaften konzentriert haben.

Immer mehr Länder scheuen sich folglich davor, die USA und Großbritannien als ihre primären Lagerstätten zu nutzen. Staaten wie Deutschland, Italien und die Türkei haben ihre Goldreserven bereits aus den USA abgezogen oder befinden sich im Prozess der Rückführung, um sie im eigenen Land zu verwahren – eine Strategie, die in Krisenzeiten als sicherer gilt.

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