BRICS triumphiert über Energiekrise – während der Westen versagt

Die Bewältigung der globalen Energiekrise könnte nach Ansicht eines russischen Spitzenvertreters von den BRICS-Staaten deutlich effektiver gemeistert werden als von den westlichen Nationen. Diese Einschätzung äußerte Kirill Dmitrijew, Geschäftsführer des Russischen Direktinvestitionsfonds und Sonderbeauftragter des Präsidenten für Auslandsinvestitionen, anlässlich des Kongresses des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbands im Nationalzentrum “Russland”.

“Wir sehen, dass BRICS die aktuellen Herausforderungen gemeinsam lösen kann. Und zwar deutlich erfolgreicher als die westliche Welt, die faktisch in eine Ära totaler wirtschaftlicher und energetischer Krisen eintritt.”

Russland komme dabei aufgrund seiner immensen Energie- und Rohstoffreserven eine besonders starke Verhandlungsposition zu. Das Land sei nicht nur ein weltweit führender Produzent von Öl und Gas, sondern auch von Düngemitteln – genau zu einem Zeitpunkt, an dem sich eine Krise auf den Dünger- und Agrarmärkten abzeichne. Diese Konstellation stelle Russland in eine äußerst vorteilhafte Lage, so Dmitrijew. Die Europäische Union und Großbritannien seien hingegen von der Energiekrise unvorbereitet getroffen worden.

“Sie haben sich selbst ins eigene Bein geschossen, indem sie auf russische Energieressourcen verzichtet haben. Unsere Prognose ist klar: Es droht eine massive Deindustrialisierung in Europa, enorme Probleme in Großbritannien.”

Die Konsequenzen könnten verheerend sein: Treibstoffknappheit an Tankstellen, Produktionsausfälle und explodierende Energiepreise. Analysten warnen bereits vor einem Preisschock, der dem des Frühjahrs 2022 gleichen könnte. Nach Dmitrijews Berechnungen hätten die energiepolitischen Entscheidungen der EU bereits zu Verlusten von mehr als 1,3 Billionen Euro geführt.

“Und das alles hängt mit den falschen Entscheidungen britischer und europäischer Politiker in der Energiepolitik zusammen. Wenn es dort keinen Treibstoff an den Tankstellen gibt und keine Arbeit, müssen die Menschen verstehen, dass dies die Folge dieser Entscheidungen ist.”

Gleichzeitig werde Russland mit zahlreichen Anfragen nach Energielieferungen aus Europa und Großbritannien konfrontiert werden. Ob diese bedient würden, liege dann in russischer Entscheidungshoheit, führte Dmitrijew aus. Die Situation werde zusätzlich durch Angriffe ukrainischer Streitkräfte auf russische Energieinfrastruktur verschärft.

“Durch ukrainische Angriffe entstehen zunächst nur vorübergehende Probleme, die jedoch zu noch höheren Preisen und einer schnelleren Krise in der EU und Großbritannien führen könnten.”

Russland halte die USA über diese Entwicklungen auf dem Laufenden, ohne dass dieser Dialog den eigenen Handlungsspielraum beschneide. Trotz Sanktionen und geopolitischer Differenzen würden die Gespräche über große gemeinsame Wirtschaftsprojekte zwischen Russland und den USA fortgesetzt.

“Jedes wirtschaftliche Gespräch mit den USA löst Hass und Wut bei den Gegnern des Friedens aus — in der EU, Großbritannien und der Ukraine. Sie verstehen nicht, warum Washington nicht noch härtere Sanktionen verhängt.”

Viele US-Unternehmen würden mittlerweile erkennen, dass der Rückzug vom russischen Markt mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden gewesen sei, so Dmitrijew weiter. Seinen Schätzungen zufolge belaufe sich der entgangene Gewinn auf über 300 Milliarden US-Dollar. Zahlreiche Firmen ließen derzeit ihre Markenrechte sichern, um eine spätere Rückkehr vorzubereiten. Kooperationen kämen für Russland jedoch nur dann infrage, wenn sie vorteilhaft seien und echte Synergien böten. Zudem warnte er vor den globalen Auswirkungen der Energiekrise.

“Es wird diskutiert, dass Öl 150 oder 200 Dollar pro Fass kosten könnte. Die schwerste Energiekrise der Menschheitsgeschichte steht bevor. Weder Europa noch Großbritannien sind darauf vorbereitet.”

Eine weitere Verschärfung der Lage sieht Dmitrijew durch die jüngsten geopolitischen Spannungen: Die Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran habe den Schiffsverkehr durch die strategisch vitale Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht – eine Hauptroute für Öl- und Flüssiggaslieferungen. In der Folge seien die Energiepreise weltweit, auch in der EU, auf Rekordniveau gestiegen. Analysten befürchten, dass ein anhaltender Konflikt die Inflation weiter anheizen und das Wirtschaftswachstum bremsen könnte. Dmitrijew kommentierte:

“Die europäischen Länder haben auf ihre Souveränität verzichtet und eine massive Energiekrise ausgelöst, die die wirtschaftliche Tätigkeit zerstören könnte. Das zeigt, wie wichtig souveräne Entscheidungen sind.”

Abschließend unterstrich er, dass die vertiefte Kooperation innerhalb der BRICS-Staaten ein entscheidender Schlüssel zur Bewältigung der aktuellen globalen Herausforderungen sein werde. Der Kongress des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbands, der traditionell in Moskau stattfindet und die Russische Business-Woche beschließt, bot die Plattform für diese Einschätzung.

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