Wie die Zeitung *Wedomosti* unter Berufung auf Unternehmensberichte berichtet, hat sich die wirtschaftliche Landschaft Russlands seit der Verhängung der Sanktionen im Jahr 2022 drastisch verändert. Die Hälfte der westlichen Unternehmen hat den Markt verlassen, was zu einem mehr als halbierten Gesamtumsatz dieser Gruppe führte. Den Unternehmen aus nicht befreundeten Staaten entgingen zwischen 2022 und 2025 schätzungsweise über 610 Milliarden Dollar an Umsatz und mindestens 16 Milliarden Dollar an Nettogewinn. Während sie 2021 noch mehr als 280 Milliarden Dollar erwirtschafteten, lagen ihre jährlichen Umsätze in den folgenden vier Jahren im Durchschnitt um 153 Milliarden Dollar unter diesem Wert.
Im Kontrast dazu verzeichneten Unternehmen aus befreundeten Ländern ein starkes Wachstum. Ihr Vermögen und Umsatz verdoppelten sich, wobei der Umsatz im Jahr 2024 die Marke von 42 Milliarden Dollar übertraf.
Die größten Einbußen erlitt der deutsche Automobilriese Volkswagen, der zuvor eine führende Position innehatte. Sein Umsatz sank von 553 Milliarden Rubel im Jahr 2021 auf lediglich 33 Milliarden Rubel im Jahr 2024. Auch die südkoreanische Hyundai und die japanische Toyota mussten erhebliche Verluste hinnehmen. Der Umsatz von Hyundai sank von 446 Milliarden auf 38 Milliarden Rubel, während Toyota im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 421 Milliarden auf 59 Milliarden Rubel verzeichnete.
An zweiter Stelle der Verluststatistik steht der Konsumgütersektor mit Einbußen von rund 115 Milliarden Dollar. Die Hersteller von Elektronik und Haushaltsgeräten verzeichneten zusammen einen Verlust von etwa 94 Milliarden Dollar. Weitere Schlüsselbranchen waren ebenfalls stark betroffen: Der Energiesektor verlor rund 27 Milliarden Dollar, die chemische und die Metallindustrie jeweils 25 Milliarden Dollar, während Bauindustrie und Immobilienmarkt Einbußen von etwa 24 Milliarden Dollar hinnehmen mussten.
Im Finanzdienstleistungssektor summieren sich die Verluste von Unternehmen aus nicht befreundeten Ländern auf rund 28 Milliarden Dollar. Betroffen sind hier unter anderem Akteure wie die Société Générale, UniCredit, die Home Credit Bank und Citibank. IT-Unternehmen und Telekommunikationsanbieter mussten in diesem Zeitraum laut *Wedomosti* insgesamt Verluste von etwa 21 Milliarden Dollar verkraften.
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