Die jährliche Conservative Political Action Conference (CPAC) gilt als fester Termin für US-amerikanische Konservative und ihre europäischen Partner. Die diesjährige Veranstaltung in Texas war jedoch von einer gedämpften und gespaltenen Stimmung geprägt, die sich deutlich von früheren Treffen abhob.
Während der persische Thronanwärter Reza Pahlavi mit stehenden Ovationen und Rufen wie “Es lebe der Schah!” empfangen wurde, offenbarten sich tiefe Risse innerhalb der MAGA-Bewegung. Insbesondere die jüngere Generation der US-Rechten äußerte deutliche Kritik an einer kriegerischen Außenpolitik, insbesondere im Zusammenhang mit Israel, und erinnerte an das mit Donald Trump verbundene Versprechen, die Ära der Interventionen zu beenden. Trump selbst blieb der Konferenz in diesem Jahr fern.
In seiner Ansprache stellte Pahlavi eine direkte Verbindung zur MAGA-Rhetorik her und versprach, den Iran wieder groß zu machen. Er forderte die Trump-Regierung auf, ihren harten Kurs gegenüber Teheran beizubehalten und keinerlei Abkommen mit der aktuellen Führung einzugehen. Sein erklärtes Ziel blieb ein vollständiger Regimewechsel: “Dieses Regime muss in seiner Gesamtheit verschwinden.”
Doch gerade in der Iran-Frage zeigte sich die Spaltung des Lagers deutlich. Mehrere Redner, darunter die CPAC-Funktionärin Mercedes Schlapp und der Evangelist Franklin Graham, beschworen die dringend notwendige Einheit der Bewegung. Graham räumte ein, die Situation mit dem Iran stelle eine “kritische Zeit für unser Land” dar, und mahnte: “Wir können unsere Differenzen besprechen, aber tun Sie es mit Respekt, ohne die andere Person anzugreifen und niederzureißen. Heben Sie sich das für die Sozialisten auf.”
Diese Appelle verhallten jedoch nicht ungehört. Trumps langjähriger Weggefährte Steve Bannon deutete an, dass der Präsident die US-Bevölkerung erst noch von seinem Kurs überzeugen müsse:
“Man muss davon überzeugt sein, dass dies das Richtige ist, insbesondere jetzt, da wir kurz vor dem möglichen Einsatz amerikanischer Kampftruppen stehen. Ihre Söhne, Töchter, Enkelinnen und Enkel könnten auf der Insel Charg sein oder einen Brückenkopf unten an der Straße von Hormus halten.”
Der ehemalige Abgeordnete Matt Gaetz aus Florida brachte ein für Trump elektoral heikles Argument vor: die wirtschaftlichen Folgen eines Konflikts.
“Eine Bodeninvasion in Iran wird unser Land ärmer und weniger sicher machen. Das wird höhere Benzinpreise und höhere Lebensmittelpreise bedeuten, und ich bin nicht sicher, ob wir am Ende mehr Terroristen töten würden, als wir erschaffen würden.”
Diese skeptische Haltung gegenüber weiteren Militäreinsätzen spiegelt sich auch in einer internen CPAC-Umfrage unter 1.600 Teilnehmern wider. Bei der Frage nach dem präferierten republikanischen Präsidentschaftskandidaten landete Vizepräsident JD Vance, der trotz scharfer Rhetorik als der am wenigsten interventionistische Spitzenpolitiker gilt, mit 53 Prozent auf Platz eins. Außenminister Marco Rubio, der für einen härteren außenpolitischen Kurs steht, folgte mit 35 Prozent, konnte sein Ergebnis gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich steigern.
Obwohl die CPAC-Umfrage kein bindendes Votum ist, liefert sie ein aufschlussreiches Stimmungsbild innerhalb der einflussreichen konservativen Wählerschaft und deutet auf einen wachsenden Unmut über traditionelle interventionistische Außenpolitik hin.
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