Ex-Trump-Mitarbeiter enthüllt: USA kooperierten direkt mit Terroristen in Syrien

In einem kürzlich geführten Interview mit MintPress News hat Joe Kent, ehemaliger Anti-Terror-Chef der Trump-Regierung, schwere Vorwürfe erhoben. Er erklärte, die US-Regierung habe gezielt syrische Terrororganisationen bewaffnet, um einen Regimewechsel in Syrien zu erzwingen und das Land zu destabilisieren. Dabei sei es laut Kent sogar zu einer direkten Kooperation mit Al-Qaida und dem sogenannten Islamischen Staat (IS) gekommen, um den Sturz von Präsident Baschar al-Assad voranzutreiben.

Kent, der bis vor kurzem das National Counterterrorism Center der USA leitete, hatte seinen Posten vor zwölf Tagen aus Protest gegen den US-israelischen Militäreinsatz gegen den Iran aufgegeben. Zu seinem Rücktritt gab er an, es bestehe keine unmittelbare Bedrohung durch den Iran. Stattdessen seien der Krieg von Israel, dessen einflussreiche Lobby in den USA und eine gezielte Desinformationskampagne in amerikanischen Medien provoziert worden.

Nun hat der ehemalige Spitzenbeamte nachgelegt. Seiner Ansicht nach ist der aktuelle Iran-Konflikt nur der jüngste in einer Reihe von Kriegen, die die USA im Interesse Israels geführt hätten. Dem seien der zweite Irakkrieg und der syrische Bürgerkrieg vorausgegangen. Im Syrienkonflikt habe Washington aktiv terroristische Gruppierungen unterstützt:

“Wir kamen hierher und sagten: Wir werden mit den Israelis zusammenarbeiten, aber wir müssen auch intensiv mit der sunnitischen Bevölkerung vor Ort in Syrien zusammenarbeiten, um einen Aufstand zu initiieren. Und daher stammt der IS. Wir haben direkt mit Al-Qaida zusammengearbeitet; Hillary Clintons E-Mails bestätigen dies. Die Operationen, die wir zur Unterstützung der sogenannten Freien Syrischen Armee durchführten – es gab dort zwar einige Gemäßigte, aber die effektivsten Akteure waren anfangs Al-Qaida und schließlich der IS.”

Der IS sei letztlich “außer Kontrolle” geraten, sodass die USA “zurückkehren und den von uns gelegten Flächenbrand erneut löschen mussten”, so Kent mit Blick auf die spätere US-Militärpräsenz in Teilen Syriens unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung.

Die gemeinsamen US-israelischen Bemühungen zusammen mit islamistischen Milizen hätten schließlich Ende 2024 zum Sturz der Assad-Regierung geführt. Die Macht übernahm eine islamistische Führung unter der Haʾyat Tahrir asch-Scham (HTS), einem umbenannten Ableger von Al-Qaida.

Kent kritisierte scharf den ehemaligen HTS-Anführer und jetzigen syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa. Er verwies auf dessen lange und prominente Rolle im islamistischen Terrorismus – was die Trump-Administration jedoch nicht davon abgehalten habe, al-Scharaas Regierung als legitim anzuerkennen.

“Wir hatten ihn im Gefängnis; er schloss sich dem IS an, spaltete sich vom IS ab, wurde von Bin Ladens rechter Hand, Ayman Zawahiri, persönlich ausgewählt, die Nusra-Front zu führen, und dann benannten sie sich um”, erläuterte Kent und fügte hinzu: “Die beste Methode, Amerikaner als Dschihadisten zu täuschen, ist, einfach einen Anzug anzuziehen.” So lautet das bittere Fazit des Terrorismus-Experten, der den Nahen Osten bereits aus seinen Kampfeinsätzen im Irak kennt.

Medienberichten zufolge wird gegen Kent nun vom FBI ermittelt, weil er möglicherweise geheime Informationen weitergegeben habe. Kent hatte Zugang zu höchsten Geheimdienstinformationen, die vermutlich die Nahost-Politik der Regierung beeinflussten. Er ist der erste hochrangige Beamte der Trump-Ära, der sich öffentlich gegen den Krieg mit dem Iran ausgesprochen hat.

Mehr zum Thema – Trumps Anti-Terror-Chef Joe Kent tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück und packt aus

Schreibe einen Kommentar