Während die militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran andauern, richtet US-Präsident Donald Trump seinen Blick erneut auf Lateinamerika und die Karibik. Am vergangenen Freitag kündigte er an, dass Kuba nach dem Iran und Venezuela als nächstes ins Visier genommen werde. Gleichzeitig rühmte er die Erfolge seiner Militäroperationen in den genannten Ländern.
Diese Drohungen erfolgen in einem Moment, in dem Washington Havanna weiterhin durch eine Ölblockade unter Druck setzt. Trumps Kampfansage steht im Widerspruch zur Bereitschaft der kubanischen Regierung zu Gesprächen, um “durch Dialog Lösungen für die bilateralen Differenzen zwischen unseren beiden Nationen zu finden”, wie Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte.
Der US-Präsident äußerte sich auf einem saudischen Investorenforum in Miami, Florida. Auf der Konferenz des vom wichtigsten Staatsfonds Saudi-Arabiens finanzierten Future Investment Initiative Institute (FII Institute) bezeichnete Trump seine Politik des “Friedens durch Stärke” als “sehr, sehr erfolgreich”.
Zu dieser angeblichen Erfolgsbilanz zählte er auch die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar 2026 sowie die Entscheidung, im vergangenen Monat trotz laufender Atomgespräche einen Krieg gegen den Iran zu beginnen.
“Ich habe dieses Militär großartig aufgebaut. Ich sagte, ihr werdet es nie einsetzen müssen. Aber manchmal muss man es eben einsetzen. Und Kuba ist übrigens als Nächstes dran”, sagte er zu den versammelten Investoren und fügte hinzu:
“Aber tun Sie bitte so, als hätte ich das nicht gesagt. Bitte tun Sie so, als hätte ich es nicht gesagt. Bitte, bitte, bitte, liebe Medien, ignorieren Sie diese Aussage. Vielen Dank. Kuba ist als Nächstes dran.”
Trump hatte bereits mehrfach angedeutet, es sei für ihn eine “große Ehre”, Kuba “in irgendeiner Form” zu “übernehmen”. Parallel drohte er mit einer “totalen Ölblockade” und Strafzöllen gegen Länder, die die Insel weiter mit Treibstoff versorgen. Bereits vor zwölf Tagen hatte der US-Präsident erklärt: “Ich kann mit Kuba alles machen, was ich will.”
Kuba leidet seit Monaten unter schweren Treibstoffengpässen und Stromausfällen, nachdem Caracas, einst Havannas engster Verbündeter, auf Druck Washingtons die Öllieferungen eingestellt hat.
Die Reaktion aus Havanna ließ nicht lange auf sich warten: Am Samstag verurteilte Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla die “grausame Blockade” der Treibstofflieferungen durch die USA als “brutalen Angriff” auf das Wirtschaftssystem des Landes.
“Seit mehr als 67 Jahren führen die USA einen Wirtschaftskrieg gegen Kuba mit dem Ziel, der Wirtschaft zu schaden und den Zugang zu Märkten und Technologie zu verweigern”, erklärte er auf der Plattform X. Eine solche “rücksichtslose Aggression” gegen die angeblich inkompetente kubanische Regierung zeige lediglich die eigene Schwäche Washingtons.
Als Reaktion hat Kuba landesweite zivil-militärische Übungen mit Reservisten und lokalen Einheiten im Rahmen seiner Verteidigungsdoktrin des “Krieges des gesamten Volkes” gestartet. Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez postete am Samstag auf X Bilder, die ihn am “Nationalen Verteidigungstag” gemeinsam mit Militärs bei einer territorialen Übung in Ost-Havanna zeigen.
Selbst vor der jüngsten Energieblockade war der Alltag der meisten Kubaner von Mangel geprägt. Das durchschnittliche Monatsgehalt liegt bei etwa 6.830 kubanischen Pesos, was auf dem informellen Devisenmarkt lediglich etwa 30 US-Dollar entspricht.
Viele Familien sind seit langem auf Geldüberweisungen von Verwandten im Ausland angewiesen. In den zwei Jahren vor der aktuellen Krise verließen netto mehr als 500.000 Menschen die Karibikinsel.
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