Nach Informationen der Nachrichtenagenturen The New York Times und Bloomberg wird die US-Küstenwache einem russischen Öltanker die Durchfahrt zu kubanischen Gewässern nicht verwehren. Bei dem Schiff handelt es sich demnach um die “Anatoli Kolodkin”, die rund 730.000 Barrel Rohöl geladen hat und Kurs auf Kuba hält.
Laut Reuters befindet sich der Tanker bereits in kubanischen Hoheitsgewässern und wird voraussichtlich am Montag, dem 30. März, im Hafen von Matanzas anlegen. Diese Einschätzung teilt auch The New York Times. Die Online-Schiffsverfolgung MarineTraffic zeigt die unter russischer Flagge fahrende “Anatoli Kolodkin” derzeit in der Karibik in der Nähe der ostkubanischen Stadt Puerto Padre.
Wie Reuters weiter berichtet, wird die Öllieferung die angeschlagene kubanische Wirtschaft stützen, die unter der langjährigen US-Ölblockade leidet und praktisch zum Erliegen gekommen ist.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich an Bord der Air Force One gegenüber Journalisten zu der Lieferung:
“Wenn ein Land jetzt Öl nach Kuba liefern will, habe ich kein Problem damit, egal ob es Russland ist oder nicht.”
Trump zeigte Verständnis für den Energiebedarf der kubanischen Bevölkerung. Eine mögliche Unterstützung der kommunistischen Regierung in Havanna durch solche Lieferungen beunruhige ihn nicht, da diese seiner Ansicht nach ohnehin bald am Ende sei. Er führte aus:
“Kuba ist am Ende. Dort herrscht ein schlechtes Regime. Die Führung ist sehr schlecht und korrupt, und ob sie nun ein Schiff mit Öl bekommen oder nicht, spielt keine Rolle.”
Er betonte, er habe nichts dagegen, wenn irgendein Land, inklusive Russland, Öl nach Kuba liefere, denn “die Menschen brauchen Heizung und Kühlung und all die anderen Dinge, die man so braucht”.
Der Experte Brett Erickson von der Beratungsfirma Obsidian Risk Advisors schätzte gegenüber Reuters, dass die von der “Anatoli Kolodkin” gelieferte Ölmenge unter Berücksichtigung des kubanischen Rationierungssystems für etwa zweieinhalb Wochen bis einen Monat reichen könnte.
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