US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit der _Financial Times_ am Sonntag angedeutet, dass er eine militärische Besetzung des iranischen Energieexport-Hubs auf der Insel Kharg nicht ausschließt. Ziel wäre es, die Kontrolle über die Ölexporte der Islamischen Republik zu übernehmen.
Trump erklärte, seine _”Präferenz”_ sei es, die Ölindustrie und -exporte des Irans auf unbestimmte Zeit zu kontrollieren – ähnlich wie es den USA nach einem Militäreinsatz in Venezuela im Januar gelungen sei.
_”Um ehrlich zu sein, mein Lieblingsding ist es, das Öl im Iran zu nehmen, aber einige dumme Leute zurück in den USA sagen: ‘Warum macht ihr das?’ Aber sie sind dumme Leute”_, so Trump.
_”Vielleicht nehmen wir Kharg Island, vielleicht nicht. Wir haben viele Optionen”_, fügte er hinzu. Ein solcher Schritt würde jedoch bedeuten, dass US-Truppen _”eine Weile dort sein müssten”_.
Das US-Verteidigungsministerium hat bereits Truppen in der Region zusammengezogen, was Spekulationen über eine mögliche Bodenoperation befeuert. Iranische Beamte kontern, ihre Streitkräfte _”warteten”_ auf amerikanische Truppen und forderten sie auf, _”näher zu kommen”_. Teheran wirft den USA vor, heimlich eine Invasion zu planen, während offiziell von Verhandlungen die Rede ist.
Berichten zufolge hat der Iran die Verteidigung der strategisch wichtigen Kharg-Insel mit Seeminen, tragbaren Luftabwehrsystemen und Drohneneinheiten verstärkt. Trump jedoch schätzt den iranischen Widerstand als gering ein: _”Ich glaube nicht, dass sie irgendeine Verteidigung haben. Wir könnten es [Kharg-Insel] sehr leicht einnehmen”_, behauptete er.
Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela, der zur Entführung von Präsident Nicolás Maduro und der Einsetzung einer USA-freundlichen Regierung führte, hatte Trump geschworen, die Ölindustrie des Landes _”auf unbestimmte Zeit”_ zu kontrollieren.
Washington hat seither die Kontrolle über die venezolanischen Rohölexporte übernommen. Die Erlöse fließen auf gesperrte Konten, die von US-Behörden verwaltet werden, anstatt an den venezolanischen Staat. Zudem hat die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez zugestimmt, physisches Gold im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar an die USA zu verkaufen – auch diese Erlöse unterliegen der Kontrolle Washingtons.
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