Am 3. Januar dieses Jahres wurden der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores nach einem Militäreinsatz US-amerikanischer Kräfte in der Hauptstadt Caracas festgenommen und in die Vereinigten Staaten verbracht. Am vergangenen Donnerstag fand in New York die zweite Gerichtsverhandlung für das inhaftierte Ex-Präsidentenpaar und dessen Verteidiger statt.
Erstmals nach seiner Festnahme hat Maduro nun, zwei Tage nach der Verhandlung, eine öffentliche Stellungnahme abgegeben. In einem Beitrag auf seinen Social-Media-Kanälen versicherte er, dass es ihm und seiner Frau gut gehe. Beide seien „standhaft und gelassen“.
Die Nachricht des venezolanischen Präsidenten erschien in der Ich-Form auf seinen offiziellen Profilen bei Telegram und X. Maduro betonte darin zudem, es sei „jetzt mehr denn je“ erforderlich, „den Frieden des Landes, die nationale Einheit, die Versöhnung, die Vergebung und die Wiedervereinigung aller weiter zu festigen (…) Niemand sollte vom Weg des Dialogs, des Zusammenlebens und des Respekts abweichen“.
Wie Global News Canada am Donnerstag berichtete, stand bei der zweiten Anhörung die Frage im Mittelpunkt, ob Maduro venezolanische Staatsgelder zur Finanzierung seiner Verteidigung nutzen dürfe. Seine Anwälte argumentierten, die USA verletzten die verfassungsmäßigen Rechte des abgesetzten Staatsoberhaupts, indem sie die Verwendung dieser Mittel für die Prozesskosten blockierten.
Richter Alvin Hellerstein befragte die US-Staatsanwaltschaft dazu, warum die Sperrung der Gelder für Maduros Verteidigung aufrechterhalten werde, obwohl sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela zuletzt etwas entspannt hätten. Das Gericht teilte nach der Anhörung mit, es werde seine Entscheidung über die Übernahme der Verteidigungskosten zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Ein konkreter Termin hierfür wurde nicht genannt.
Seit der Anklageerhebung im Januar war dies der zweite Gerichtstermin für das Ehepaar Maduro in New York. Bei der ersten Anhörung hatte Maduro vor Gericht erklärt: „Ich bin unschuldig. Ich bin ein anständiger Mann, der verfassungsmäßige Präsident meines Landes.“ Seine Ehefrau hatte ebenfalls auf „nicht schuldig“ plädiert.
Während der Anhörung am Donnerstag saß das Paar in Gefängniskleidung zwischen seinen Anwälten vor Gericht. Über Kopfhörer verfolgten sie die spanische Übersetzung der Verhandlung zur Übernahme der Prozesskosten.
Die US-amerikanische Anklage wirft Maduro und seiner Frau vor, in Drogenhandel verwickelt zu sein sowie Entführungen, Übergriffe und Morde an Personen angeordnet zu haben, die ihnen Drogengeld schuldeten oder ihren Handel behinderten. Laut der Anklageschrift soll das Paar auch die Ermordung eines Drogenbosses in Caracas in Auftrag gegeben haben. Im Falle einer Verurteilung droht beiden eine lebenslange Haftstrafe. Das Gericht hat noch keinen Termin für die Hauptverhandlung festgelegt. Aktuell befinden sie sich in einer Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Bisher sollen sie keine Anträge auf Freilassung gegen Kaution gestellt haben.
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