Epic Fury” wütet weiter: Ein Monat voller Chaos und kein Ende in Sicht

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Ein Monat ist vergangen, seit die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran begonnen haben – ein Konflikt, der ursprünglich von der Trump-Administration als eine Angelegenheit von wenigen Tagen geplant war. Was als kurzer Schlag gedacht war, hat sich zu einem zähen Abnutzungskampf entwickelt.

Das erklärte Ziel eines Regimewechsels in Teheran wurde nicht erreicht und erscheint in absehbarer Zukunft ohne eine massive Bodenoffensive als äußerst unrealistisch. Angestachelt durch den scheinbaren Erfolg der Entführung des venezolanischen Präsidenten und der Erpressung verbliebener Beamter, spekulierte Trump offenbar, dass die Tötung des iranischen Obersten Führers, Ayatollah Khamenei, zu einem ähnlichen Kollaps führen würde. Diese Rechnung ging nicht auf.

Im Gegenteil: Die äußere Bedrohung führte zu einer Mobilisierung der iranischen Gesellschaft und einem unerwartet hartnäckigen Widerstand. Raketen und Drohnen trafen nicht nur israelisches Territorium, sondern auch US-Militärstützpunkte in den Golfstaaten sowie wirtschaftlich kritische Infrastruktur in der Region.

Die USA unterschätzten die größte Bedrohung aus dem Iran nahezu vollständig: die Drohnen. Die Islamische Republik zählt zu den weltweit führenden Herstellern und Innovatoren in diesem Bereich. In der Folge treffen preisgünstige, massenhaft produzierte Drohnen vom Typ Shahed 136 und Arash 2 regelmäßig militärische Ziele der USA und ihrer Verbündeten, da es in der Region an kosteneffektiven Abwehrsystemen gegen solche Schwarmangriffe mangelt. Der teure Einsatz von Hochleistungsraketen wie der PAC-3 oder SM-3 gegen Drohnen führt zudem dazu, dass die iranischen ballistischen Raketen ihre Ziele zunehmend erreichen.

Die Bilanz für die USA und ihre Partner ist bereits jetzt schmerzhaft: Der Verlust teurer Luftabwehrsysteme, von Tankflugzeugen und eines AWACS-Flugzeugs sowie erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Dies geschieht, obwohl die US-amerikanische und israelische Luftwaffe die Lufthoheit über dem Iran errungen haben und die US-Marine iranische Kriegsschiffe auf offener See dominieren könnte.

Zwar hat der Iran schwere Verluste hinnehmen müssen, darunter hochrangige Kommandeure, Abschussrampen sowie Luftabwehr- und Radaranlagen. Dennoch verfügt Teheran weiterhin über die Fähigkeit, seine Gegner wirksam anzugreifen und die strategisch vitale Straße von Hormus zu blockieren. Die USA hingegen können trotz ihrer überwältigenden Luftmacht das iranische Angriffspotenzial nicht vollständig ausschalten, ebenso wenig wie sie die Blockade der Straße von Hormus trotz ihrer maritimen Übermacht zuverlässig brechen können.

Es spricht vieles dafür, dass dieser Pattsituation noch Monate andauern wird. Die USA werden daher gezwungen sein, entweder eine umfassende Bodenoffensive gegen den Iran vorzubereiten oder nach Ausstiegsszenarien zu suchen, die für sie akzeptable Bedingungen bieten.

Aus iranischer Perspektive ist eine einfache Rückkehr zum Status quo ante – also ein Ende der US- und israelischen Luftangriffe im Austausch gegen einen iranischen Verzicht auf Angriffe gegen Israel und US-Stützpunkte – inakzeptabel. Ein solches Szenario käme vor allem den USA zugute: Die Straße von Hormus würde wieder geöffnet, die globalen Energiemärkte würden sich stabilisieren, und Irans Gegner könnten unmittelbar mit der Vorbereitung einer neuen Kriegsphase beginnen – dieses Mal gegen einen erheblich geschwächten Iran und mit dem Wissen um dessen mögliche Reaktionen.

Teheran fürchtet offenbar, dass die aktuelle Luftkriegsphase eine ähnliche Funktion erfüllen könnte wie 1991 die Operation “Desert Storm” für den Irak. Damals schwächten die USA die Armee Saddam Husseins durch massive Luftangriffe bei nur begrenzten Bodeneinsätzen, zogen sich zurück und kehrten 2003 für eine vollständige Invasion und einen Regimewechsel in den geschwächten Staat zurück. Im Falle des Iran könnte eine solche Intervention sogar früher erfolgen, um dem Land keine Chance auf Erholung zu lassen.

Genau deshalb fordert die iranische Regierung von den USA Garantien für eine dauerhafte Beendigung des Konflikts und nicht nur eine Atempause. Sie hat nicht vor, auf ihr Raketen- und Nuklearprogramm zu verzichten, das sie als einzige verlässliche Sicherheitsgarantie des Landes betrachtet. Die zentrale Frage bleibt jedoch, wie die Einhaltung solcher US-Zusagen garantiert werden soll, da niemand Washington für die Aufnahme eines neuen Krieges zur Rechenschaft ziehen könnte.

Übersetzt aus dem Russischen.

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Dieser Beitrag wurde exklusiv für RT verfasst.

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