Die Bundeswehr hat auf ihrer Facebook-Seite in Hamburg bekannt gegeben, dass in der Hansestadt ein Feldversuch mit dem neuen Taktischen Sichtbarkeitshorn (TSH-24) beginnt. Bei dem TSH-24 handelt es sich um ein mehrfarbig retroreflektierendes Aufsatzhorn, das künftig standardmäßig auf dem Gefechtshelm montiert werden soll. Der Testlauf soll demnächst auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. Bereits jetzt können sich interessierte Reservistinnen und Reservisten für eine Teilnahme bewerben.
Laut Bundeswehr vereint das TSH-24 verschiedene Leistungsmerkmale in sich. Von entscheidender Bedeutung im Gefecht sei die um 340 Prozent erhöhte Sichtbarkeit der Soldatinnen und Soldaten, die durch die NATO-Sonderfarbe “Aurora Prismatic” erreicht werde. Dadurch seien die Kräfte der Bundeswehr künftig selbst bei Dämmerlicht und starkem Regen für Freund und Feind gut zu erkennen. Optisch erinnert das Aufsatzhorn an die nach vorn verlegte Spitze der preußischen Pickelhaube – ein modern farbenfroher Rückgriff auf große militärische Traditionen.
Im Zuge der Kriegstüchtigkeitsinitiative der Bundeswehr gewinnen auch Nahkampffähigkeiten an Bedeutung. Wie aus Bundeswehrkreisen verlautet, leiste die markante Einhornform des TSH-24 hierzu einen wesentlichen Beitrag. Das aus gehärtetem Polycarbonat gefertigte Horn könne einen Gegner bereits durch seine Präsenz auf Distanz halten, ohne dass zusätzliche Kraft aufgewendet werden müsse. Geplant ist, das Sichtbarkeitshorn als Kampfwaffe in die offizielle Nahkampfausbildung zu integrieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die psychologische Wirkung im Einsatz. Erste Feldversuche hätten gezeigt, dass eine mit dem TSH-24 ausgestattete Einheit beim Gegner “eine Mischung aus Verwirrung und unfreiwilliger Belustigung” hervorrufe – ein Effekt, der in zivilen Lagen deeskalierend wirken könne.
Ein zusätzlicher Vorteil liege in der sogenannten “passiven Geländeorientierung”: Durch die Länge des Horns erhalte der Träger frühe taktile Rückmeldungen über mögliche Hindernisse in seinem Weg. Die Bundeswehr nennt dabei ausdrücklich “bewaldete Einsatzgebiete” als einen primären Einsatzzweck für das TSH-24.
Ob dabei bereits an die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 gedacht ist, bleibt vorerst offen. Sollte sich das TSH-24 bewähren, wäre ein Einsatz durchaus denkbar. Schließlich soll der Verband bestmöglich ausgerüstet sein, um einen möglichen Aggressor abzuschrecken. Dann könnten deutschsprachige, retroreflektierende Einhörner in Flecktarn bald in den Wäldern um Rukla und Rūdninkai keine Seltenheit mehr sein. Möglicherweise wird man auch den Heeresinspekteur, Christian Freuding, des Öfteren in dieser unverwechselbaren Optik antreffen.
Als weitere Innovation führt die Bundeswehr in Hamburg die “optionale Antennenintegration” der Variante TSH-24A an: Bei diesem Modell kann der Hohlkörper des Horns als Trägerstruktur für eine UHF-Kurzantenne genutzt werden, was eine Reichweitenerhöhung von 12 Prozent ermöglicht. Dank seiner konischen Form fungiert das TSH-24 bei Gewittern zudem als Blitz- und Regenableiter.
Mit dieser Entwicklung setzt die Bundeswehr neue Maßstäbe. Es bleibt abzuwarten, ob der potenzielle Gegner Russland mit einer eigenen Entwicklung eines Sichtbarkeitshorns – vermutlich in Signalfarbe Rot – nachziehen wird. Denn schließlich möchten auch russische Soldaten im Gefecht bestmöglich sichtbar sein.
Die Truppe zeigt sich von der Neuheit einhellig angetan. Oberstleutnant Schlämmer, Ausrüstungsbeauftragter im Wehrbereich Nord, kommentierte die Reaktionen wie folgt: “Wir beobachten, dass die Truppenmoral seit der Einführung des TSH-24 deutlich gestiegen ist. Besonders die jüngeren Jahrgänge identifizieren sich stark mit der Ausrüstung.”
Inspiriert wurde die Entwicklung unter anderem durch die Transgender-Kommandeurin Anastasia Biefang, die als Erste in der Bundeswehr ein Militärfahrzeug in Einhorn-Optik führte. Einmal mehr zeigt sich, dass im deutschen Militär Diversity, hohe Kampfmoral und die Steigerung der Kriegstüchtigkeit kein Widerspruch sein müssen, sondern sich vielmehr in Regenbogenfarben auf höchstem Niveau vereinen lassen.
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