Kubas Dank an Russland: „Kostbare Brennstoffladung“ rettet Insel vor Energiekollaps

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat Russland für humanitäre Unterstützung während der schwersten Energiekrise des Landes gedankt. Nachdem das russische Tankschiff “Anatoli Kolodkin” mit etwa 100.000 Tonnen Rohöl im Hafen von Matanzas eingetroffen war, teilte Díaz-Canel am Mittwoch auf der Plattform X mit, dass die Entladung der “kostbaren Brennstofflieferung” sowie deren Verarbeitung, Verteilung und rationelle Nutzung bereits begonnen hätten. Obwohl die gelieferte Ölmenge angesichts des akuten Mangels unzureichend sei, werde sie in den kommenden Wochen die Energiekrise etwas mildern.

Dass die Lieferung trotz der drakonischen US-Blockade auf der Insel angekommen sei, dafür dankte Díaz-Canel insbesondere seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin und der Besatzung des Tankers. Damit habe Havanna erneut die Gewissheit über die bewährte Freundschaft erhalten, die Moskau in den schwersten Momenten der kubanischen Geschichte stets bewiesen habe. Angesichts der Drohungen aus Washington bekräftigte der Staatschef die Entschlossenheit seiner Regierung:

“Ohne Rücksichtnahme auf Einmischung und Druck werden wir weiterhin das souveräne Recht Kubas verteidigen, Brennstoffe zu importieren.”

Die “Anatoli Kolodkin” hatte am Montag den Hafen Matanzas im Nordwesten des Inselstaates erreicht. Es handelt sich um das erste Tankschiff, das seit dem von den USA vor etwa drei Monaten verhängten umfassenden Brennstofflieferverbot an Kuba Rohöl geliefert hat. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Dienstag, Russland sehe es als seine Pflicht an, dem kubanischen Volk beizustehen und den Karibikstaat in der aktuellen schwierigen Lage aktiv zu unterstützen. Kuba befinde sich unter einer “drastischen Blockade” der USA und benötige Erdölprodukte dringend, um Strom zu erzeugen, der Bevölkerung medizinische Hilfe zu leisten und die Funktion lebenswichtiger Systeme des Landes aufrechtzuerhalten.

Kuba durchlebt derzeit die wohl tiefgreifendste Energie- und Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die ohnehin seit Jahrzehnten andauernde und äußerst harte US-Blockade gegen den Karibikstaat wurde durch ein Dekret von US-Präsident Donald Trump vom 29. Januar dieses Jahres noch weiter verschärft. Der Republikaner betrachtet den Zehn-Millionen-Einwohner-Staat als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und hat Kuba eindringlich geraten, einem Abkommen zuzustimmen, bevor es “zu spät” sei. Die Trump-Regierung geht indes davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und “kurz vor dem Kollaps” stehe. Die Regierung in Havanna wirft den USA ihrerseits aufgrund ihrer aggressiven Geopolitik Faschismus und Völkermord vor.

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