Schweres Zugunglück in Russland: Sieben Waggons entgleist – über 400 Passagiere in Gefahr

In der Region Uljanowsk sind sieben Wagen eines Personenzugs entgleist. Dabei wurden 24 Personen verletzt. Nach ersten Meldungen befanden sich mehr als 400 Reisende an Bord, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Der Vorfall ereignete sich am Freitag um 06:26 Uhr Moskauer Zeit im Bereich des Bahnhofs Brjandino. Betroffen war der Zug Nr. 302 auf der Strecke von Tscheljabinsk nach Moskau.

Einsatzkräften zufolge befanden sich zwischen 412 und 415 Passagiere in dem Doppelstockzug. Beim Entgleisen kippten mehrere Wagen zur Seite, sechs davon stürzten vollständig um. Die Reisenden mussten die Waggons teilweise durch die Fenster verlassen.

Unmittelbar nach dem Unglück wurden Rettungskräfte, Einheiten des Katastrophenschutzministeriums sowie mehrere Bergungszüge alarmiert. Zunächst waren mehr als 100 Einsatzkräfte und über 30 Fahrzeuge im Einsatz, später stieg ihre Zahl auf über 150 an.

Für die Evakuierung wurden Züge mit einer Kapazität von bis zu 300 Personen sowie Busse bereitgestellt. Die Behörden richteten für die Passagiere eine Notunterkunft in einer Schule im Dorf Brjandino ein. Von dort aus sollten sie nach Uljanowsk gebracht werden, wo ein Ersatzzug bereitstand. Der Bahnverkehr auf dem betroffenen Streckenabschnitt wurde vollständig eingestellt, mehrere Züge mussten umgeleitet werden.

Aktuellen Angaben zufolge wurden 24 Menschen, darunter vier Kinder, in Krankenhäuser der Region gebracht. “Alle befinden sich vorläufig in einem Zustand mittlerer oder leichter Schwere”, erklärte Alexei Kusnezow, Assistent des russischen Gesundheitsministers. Todesopfer gibt es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Der Gouverneur der Region Tscheljabinsk, Alexei Teksler, präzisierte: “Vorläufig wurden zwei Passagiere mit Frakturen registriert: einer mit einem Beinbruch und ein anderer mit einem Schlüsselbeinbruch. Etwa 20 Menschen haben Prellungen.” Unter den Passagieren befanden sich zahlreiche Kinder. Allein aus dem Gebiet Tscheljabinsk reisten rund 160 Menschen mit, darunter 65 Kinder. Auch sieben junge Sportler waren an Bord – sie blieben unverletzt. Ein Kind wurde mit Verdacht auf einen Armbruch behandelt. Schwer verletzte Kinder gibt es nicht.

Die Transportstaatsanwaltschaft leitete eine Überprüfung ein. “Es wird die Einhaltung der Vorschriften zur Sicherheit des Bahnverkehrs geprüft”, hieß es dazu. Zudem eröffnete das Ermittlungskomitee ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften im Eisenbahnverkehr (Artikel 263 des Strafgesetzbuches). Ermittler und Kriminaltechniker sind vor Ort.

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Die Ermittler prüfen verschiedene Versionen, darunter technische Probleme an den Gleisen oder Defekte an den Waggons. Die Untersuchungen dauern an.

Mehr zum Thema – Spanien: Drittes Zugunglück innerhalb weniger Tage

Schreibe einen Kommentar