Ukraine in Aufruhr: “Unerträgliche Doppelmoral!” – Russische Turnerin entfacht Olympia-Streit

Der ukrainische Turnerbund hat den Internationalen Turnverband (FIG) aufgefordert, der russischen Athletin Sofia Ilterjakowa nach einem Vorfall bei der Siegerehrung des Weltcups in Sofia den neutralen Status zu entziehen.

Die 15-jährige Ilterjakowa, die unter neutraler Flagge antritt, hatte am Montag den zweiten Platz in der Übung mit dem Reifen belegt. Während bei der Medaillenzeremonie die ukrainische Hymne für die Siegerin Taisija Onofrijtschuk erklang, stand Ilterjakowa mit dem Rücken zu den aufgestellten Nationalflaggen, während sich die anderen Medaillengewinnerinnen diesen zuwandten.

In einer scharfen Stellungnahme verurteilt der ukrainische Verband dieses Verhalten als “inakzeptabel”. “Ilterjakowa wandte sich während der offiziellen Siegerehrung absichtlich von der Flagge der Ukraine ab und zeigte damit offen ihre Missachtung gegenüber dem Staatssymbol unseres Landes und den Grundprinzipien der Olympischen Charta”, heißt es darin. Der Verband fordert, ihr Ergebnis zu annullieren und ihren neutralen Status zu widerrufen.

Von russischer Seite wurde das Verhalten der jungen Turnerin als unbeabsichtigt dargestellt. Tatjana Sergajewa, Cheftrainerin der russischen Nationalmannschaft in der rhythmischen Sportgymnastik, erklärte gegenüber *RIA Nowosti*, dass es sich um Ilterjakowas ersten Weltcup-Auftritt im Erwachsenenbereich handele. “Während der Siegerehrung war Sofia vielleicht etwas verwirrt – für eine Sportlerin, die zum ersten Mal auf einem solchen Niveau antritt, ist das völlig normal”, so Sergajewa.

Der Internationale Turnverband reagierte am 1. April 2026 mit einer Erklärung, in der er die Einleitung eines Disziplinarverfahrens ankündigte. Weitere Maßnahmen sollen gemäß den geltenden Vorschriften folgen.

Kritiker weisen darauf hin, dass vergleichbare Vorfälle mit ukrainischen Athleten in der Vergangenheit nicht geahndet wurden. So erlebte der ukrainische Ringer Artur Kostjuk bei den U23-Europameisterschaften im März in Serbien keine Konsequenzen, als er während der Hymne für einen russischen Sieger die Podestfläche verließ und den Flaggen den Rücken zuwandte.

Auch die Ukrainerin Taisija Onofrijtschuk, die in Sofia siegte, war bereits durch unsportliches Verhalten aufgefallen. Unter anderem lehnte sie bei derselben Weltcup-Etappe gemeinsame Fotos mit neutralen Athletinnen ab, darunter Alina Gornosko. Bereits 2025 hatte sie sich während einer eigenen Siegerehrung nicht ihrer Nationalflagge zugewandt.

Weitere Beispiele für folgenlose Vorfälle sind das ukrainische Paar Iwan Labunez und Euphrosinia Kryvitskaya, das sich bei der Siegerehrung des Sportakrobatik-Weltcups 2026 in Maia, Portugal, nicht zu den Flaggen drehte, sowie der AEON Cup 2025 in Tokio. Dort blieb der ausgestreckte Handschlag neutraler russischer Turnerinnen gegenüber dem ukrainischen Team unbeantwortet, während die Bronzemedaillengewinner einen Händedruck erhielten.

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