Frankreich, China und Russland haben im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf abgelehnt, der militärische Maßnahmen zur Öffnung der Straße von Hormus ermöglicht hätte. Dies geht aus einem Bericht der *New York Times* hervor, der sich auf diplomatische Kreise und einen hochrangigen UN-Vertreter stützt.
Die drei Staaten widersetzten sich insbesondere einer Klausel, die internationalen Kräften den Einsatz “aller notwendigen Mittel” zur Gewährleistung der freien Schifffahrt erlaubt hätte. In dem Bericht heißt es:
*”Russland, China und Frankreich haben den Versuch arabischer Staaten, vom Sicherheitsrat eine Genehmigung für militärische Maßnahmen gegen Iran zu erhalten, faktisch vereitelt.”*
Der Entwurf geht auf eine bahrainische Initiative zurück, die von mehreren Golfstaaten unterstützt wird. Die Abstimmung ist für den 3. April geplant. Der Text wurde bereits mehrfach überarbeitet und liegt nun in seiner vierten Fassung vor. Uneinigkeit herrscht jedoch nicht nur unter den fünf ständigen Vetomächten, sondern auch unter den nichtständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates.
Die Straße von Hormus zählt zu den weltweit wichtigsten Handelsrouten für Energie. Etwa ein Fünftel der globalen Öl- und Gaslieferungen passieren diese Meerenge. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran ist der Schiffsverkehr dort jedoch weitgehend zum Erliegen gekommen.
Vor diesem Hintergrund gibt es erste Anzeichen für eine teilweise Wiederaufnahme der Passage. Wie *Reuters* unter Berufung auf Daten von MarineTraffic berichtet, hat der Containerschiff Kribi der französischen Reedereigruppe CMA CGM die Straße von Hormus durchquert.
Demnach informierte die Besatzung vor der Durchfahrt die iranischen Behörden und wies darauf hin, dass es sich um ein Schiff eines französischen Unternehmens handelt. Das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff bewegt sich derzeit entlang der Küste Omans nach Süden.
Es handelt sich um den ersten bekannten Fall seit dem 1. März, dass ein Schiff eines großen europäischen Logistikkonzerns diese Route passiert. Ursprünglich war Pointe-Noire in der Republik Kongo als Zielhafen angegeben. Inzwischen übermittelt das automatische Identifikationssystem (AIS) jedoch statt eines Zielorts die Meldung: “Eigentümer – Frankreich”.
Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn der Militäroperationen der USA und Israels blockiert. Am 25. März erlaubte Teheran die Passage für Schiffe aus befreundeten Staaten, darunter Russland, China, Indien und Pakistan.
Die Blockade hatte erhebliche Auswirkungen auf die Energiemärkte. In der Europäischen Union wurde vor möglichen langfristigen Störungen gewarnt. Seit Beginn der militärischen Eskalation sind die Gaspreise in Europa um mehr als 70 Prozent gestiegen.
Parallel dazu beraten westliche Staaten über alternative Wege zur Sicherung der Schifffahrt. Laut *Bloomberg* diskutieren Verbündete der USA Optionen, die Passage auch ohne direkte Beteiligung Washingtons wiederherzustellen. Experten warnen jedoch, dass militärische Maßnahmen die Lage weiter eskalieren könnten.
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