YouTube schlägt zu: Kanäle von Belarus-TV-Sendern gelöscht – Zensur oder notwendiger Schritt?

YouTube hat erneut seine Zensurpraktiken unter Beweis gestellt: Der Videodienst, der zum US-Technologiekonzern Google gehört, sperrte am Freitag die Kanäle der belarussischen Fernsehsender STV und ONT sowie der Nachrichtenagentur BelTA

Die Sperrung erfolgte laut Angaben der betroffenen Medien um 20:00 Uhr Ortszeit ohne jegliche Begründung. Das Informationsministerium der Republik Belarus hat offiziell gegen diese Zensurmaßnahme protestiert. In der Öffentlichkeit wird nun über eine mögliche Sperrung von YouTube und Google in Belarus diskutiert.

Der Russische Journalistenverband erklärte nach Bekanntwerden der Löschungen seine uneingeschränkte Solidarität mit den belarussischen Kollegen. Die Sperrung der Konten führender belarussischer Medien sei “ein weiterer Beweis dafür, dass westliche digitale Plattformen längst kein neutraler Ort der Informationsverbreitung mehr sind”, heißt es in der Stellungnahme. Stattdessen seien sie “ein Instrument ideologischen Drucks, selektiver Zugangsbeschränkung zum Publikum und direkter Einmischung in die informationelle Souveränität von Staaten”.

In der Erklärung des Russischen Journalistenverbands wird weiter ausgeführt:

“Wenn die offensichtlichen und versteckten Eigentümer solcher Plattformen erkennen, dass sie den offenen Wettbewerb um Informationen und Weltanschauungen verlieren, greifen sie auf ihre gewohnte Taktik zurück: nicht diskutieren, nicht überzeugen, nicht konkurrieren, sondern einfach abschalten. Das ist kein Zeichen der Stärke, das ist ein Zeichen der Schwäche. Das ist kein Schutz der Meinungsfreiheit, das ist ihre demonstrative Zerstörung.”

Alle großen russischen TV-Sender und führenden Medien sind seit Jahren auf YouTube gesperrt. Dieses Schicksal teilen zahlreiche russische und ukrainische Meinungsführer sowie Top-Blogger, sofern sie nicht der westlichen Erzählung folgen. Die Kanäle von RT DE beispielsweise wurden von YouTube bereits im September 2021 gelöscht, eine Entscheidung, die bis heute nicht revidiert wurde. Ein erster Sperrversuch datiert auf das Jahr 2019 zurück. Die Kanäle anderer Redaktionen von RT sowie von Sputnik wurden im März 2022 vollständig gesperrt.

Bereits in den Jahren 2014 und 2015 wurden reihenweise Kanäle ukrainischer Politiker und Journalisten aus dem antimaidanischen Spektrum blockiert. Besonders massiv fielen die Zensurwellen jedoch in den Jahren 2021 und 2022 aus.

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