Kanye West: Britische Grenzen für umstrittenen Rapper gesperrt

Die britischen Einwanderungsbehörden haben dem US-amerikanischen Rapper Kanye “Ye” West die Einreise in das Vereinigte Königreich verweigert. Hintergrund ist die geplante Teilnahme des umstrittenen Künstlers als Headliner beim diesjährigen Wireless Festival. Das britische Innenministerium bestätigte gegenüber der BBC, dass West aufgrund seiner kontroversen Äußerungen und der daraus resultierenden öffentlichen Kritik keine Einreiseerlaubnis erhalten habe. Nach britischem Recht kann die Regierung ausländischen Staatsangehörigen die Einreise verweigern, wenn ihre Anwesenheit nicht als “förderlich für das öffentliche Wohl” angesehen wird.

Als Reaktion auf diese Entscheidung gab das Wireless Festival bekannt, die gesamte Veranstaltung abzusagen. Alle bereits verkauften Tickets werden erstattet. In einer Stellungnahme erklärten die Organisatoren, man habe vor der Buchung von West verschiedene Interessengruppen konsultiert und zu diesem Zeitpunkt keine Bedenken gehabt. Weiter hieß es:

“Antisemitismus in all seinen Formen ist abscheulich, und wir erkennen die realen und persönlichen Auswirkungen dieser Vorgänge an. Wie YE heute gesagt hat, weiß er, dass Worte allein nicht ausreichen. Trotzdem hofft er weiterhin, die Gelegenheit zu bekommen, ein Gespräch mit der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich zu beginnen.”

West selbst äußerte sich am Dienstag zu der Debatte. Er erklärte, er wolle Vertreter der jüdischen Gemeinschaft persönlich treffen und ihnen zuhören. Worte allein seien nicht genug; er müsse durch sein Handeln beweisen, dass er sich ändere.

Premierminister Keir Starmer begrüßte die Entscheidung der Behörden. Er zeigte sich überzeugt, dass West niemals als Headliner für das Festival hätte eingeladen werden dürfen. Seine Regierung stehe fest an der Seite der jüdischen Gemeinde und werde im Kampf gegen Antisemitismus nicht nachlassen.

Die Ankündigung von Wests Auftritt in der vergangenen Woche hatte bereits zu erheblichen Kontroversen geführt. Mehrere große Sponsoren, darunter PepsiCo, zogen daraufhin ihre Unterstützung für das Festival zurück. Im vergangenen Jahr hatte West mit einem Lied, das den Hitlergruß thematisierte, sowie mit zahlreichen Beiträgen, die den Nationalsozialismus verherrlichten und antisemitische sowie rassistische Äußerungen enthielten, für internationale Empörung gesorgt.

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