China dementiert Waffenlieferungen an Iran: “Keine Luftabwehrsysteme geliefert

Der US-Nachrichtensender CNN berichtet unter Berufung auf Geheimdienstkreise, die USA würfen China vor, Waffen an den Iran liefern zu wollen. Dies stelle angesichts der Vermittlungsbemühungen Pekings im Nahost-Konflikt und des bevorstehenden China-Besuchs von US-Präsident Trump einen provokativen Schritt dar. Die Lieferungen sollen demnach bereits in den kommenden Wochen erfolgen. CNN beruft sich dabei auf drei anonyme Quellen, die mit den jüngsten Geheimdienstanalysen vertraut sein sollen.

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Konkret soll es sich um tragbare, schultergestützte Boden-Luft-Raketensysteme handeln, sogenannte “Manpads” (Man-Portable Air-Defense Systems). Diese Waffen, bestehend aus einem Startrohr und einer Lenkrakete, könnten im Falle eines erneuten Konflikts eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung tieffliegender US-Kampfflugzeuge spielen – ähnlich der Bedeutung der Stinger-Raketen im Afghanistan-Krieg der 1980er Jahre.

US-Präsident Trump hatte erst kürzlich angedeutet, beim Abschuss einer US-F-15 sei möglicherweise ein neues, tragbares wärmesuchendes Raketensystem verwendet worden, ließ die Herkunft der Waffe jedoch offen.

Den US-Geheimdienstinformationen zufolge plane China, die Lieferungen über Drittländer abzuwickeln, um ihre Herkunft zu verschleiern. Gleichzeitig wird dem Iran unterstellt, die derzeitige Waffenruhe zu nutzen, um seine Arsenale mit Hilfe “wichtiger ausländischer Partner” für einen möglichen erneuten Konfliktaustbruch aufzufüllen.

Die chinesische Regierung bestreitet diese Vorwürfe entschieden. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington erklärte gegenüber CNN:

“China hat niemals Waffen an irgendeine Konfliktpartei geliefert.” Berichte über entsprechende Pläne entsprächen nicht der Wahrheit. Der Sprecher führte weiter aus: “Als verantwortungsbewusste Großmacht kommt China seinen internationalen Verpflichtungen stets nach. Wir fordern die US-Seite nachdrücklich auf, von unbegründeten Anschuldigungen, böswilligen Verknüpfungen und Sensationsmache Abstand zu nehmen; wir hoffen, dass die betroffenen Parteien mehr dazu beitragen, die Spannungen abzubauen.”

China ist einer der wichtigsten Handelspartner des Iran und bezieht einen Großteil von dessen Ölexporten. Bislang hat sich Peking im Konflikt zwischen den USA und Iran auf eine diplomatische Vermittlerrolle beschränkt.

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