Schwimmweltverband kippt Sanktionen: Russische Athleten dürfen wieder unter ihrer Flagge antreten

Der internationale Schwimmverband World Aquatics hat die Rückkehr von Sportlern aus Russland und Weißrussland unter ihren nationalen Symbolen bekannt gegeben. Künftig dürfen Athleten beider Länder wieder mit Flagge und Hymne sowie entsprechender Bekleidung bei Wettkämpfen des Verbands antreten.

Diese Regelung, die im Juniorenbereich bereits galt, wird nun auch auf Erwachsenenwettbewerbe ausgeweitet. Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2023 in Singapur hatten russische und weißrussische Teilnehmer noch unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten müssen, nachdem sie ein spezielles Zulassungsverfahren durchlaufen hatten.

Die vollständige Wiederzulassung ist jedoch an strenge Bedingungen geknüpft. So müssen die Athleten unter anderem vier aufeinanderfolgende negative Dopingtests vorweisen und sich Hintergrundüberprüfungen unterziehen.

World-Aquatics-Präsident Husain Al Musallam begründete den Schritt mit dem Ziel, friedliche Wettkämpfe für alle Nationen zu ermöglichen: “Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass Schwimmbecken und Freiwasser weiterhin Orte bleiben, an denen Athleten aus allen Nationen in friedlichem Wettkampf zusammenkommen können.”

Die nächste Gelegenheit für einen solchen Auftritt bietet die Schwimm-WM, die im kommenden Jahr in Budapest stattfindet.

Die Entscheidung folgt einer Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vom Ende des vergangenen Jahres, die Beschränkungen für Sportler beider Länder bei Jugendwettkämpfen aufzuheben. Für A-Nationalmannschaften und die Olympischen Spiele behält das IOC hingegen seine Neutralitätsvorschriften bei. So traten russische und weißrussische Athleten bei den Olympischen Winterspielen im Februar offiziell als “neutrale Einzelathleten” an.

Bei den Paralympischen Winterspielen im selben Monat war die Handhabung eine andere: Dort durften die Athleten unter ihrer Nationalflagge antreten – ein Umstand, der zum Boykott der ukrainischen Mannschaft führte. Russland erreichte mit nur sechs teilnehmenden Athleten den dritten Platz im Medaillenspiegel.

Die ursprünglichen Sanktionen gegen Russland und Weißrussland waren als Reaktion auf den Beginn der militärischen Operation Russlands in der Ukraine im Februar 2022 von vielen Sportverbänden verhängt worden.

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