Eine internationale Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Morning Consult hat die Beliebtheit demokratisch gewählter Regierungschefs in 24 Ländern verglichen. Das Ergebnis ist für Deutschland eindeutig: Bundeskanzler Friedrich Merz schneidet dabei als der unbeliebteste ab.
Die Zahlen sind ernüchternd. Nur 19 Prozent der Befragten zeigen sich mit Merz’ Arbeit zufrieden. Damit liegt er in der Zustimmung knapp vor Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (18 Prozent). In der Ablehnungsrate führt Merz das Feld jedoch an: 76 Prozent sind mit seiner Amtsführung unzufrieden (Macron: 75 Prozent).
Eine aktuelle Forsa-Umfrage für *RTL* zeichnet ein noch düstereres Bild. Dort lehnen 78 Prozent die bisherige Arbeit des Kanzlers ab – ein vorläufiger Negativrekord. Zum Vergleich: Selbst auf dem Tiefpunkt seiner Popularität war Ex-Kanzler Olaf Scholz deutlich besser bewertet. Im Juni 2024 fanden 28 Prozent seine Arbeit gut, 67 Prozent schlecht.
Experten sehen die Ursachen in der Person Merz selbst. Manfred Güllner, Chef des Forsa-Instituts, erklärte gegenüber *Euronews*, Merz sei bereits in den 2000er Jahren „einer der unbeliebtesten politischen Akteure in der Bundesrepublik“ gewesen. Auch nach seiner Rückkehr aus der Wirtschaft habe sich dies nicht geändert.
> „Sie waren im Gegenteil im Laufe seiner bisherigen Regierungszeit noch größer“,
so Güllner zu den Vorbehalten, die besonders bei Frauen, jungen Wählern und Ostdeutschen bestünden.
Hermann Binkert, Leiter des Instituts Insa, nannte gegenüber *Euronews* konkrete Gründe für die Unzufriedenheit:
> „Der Bundeskanzler hat Wahlversprechen gebrochen, die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ist weiter negativ, viele sehen ihr Heimatland in einer Abwärtsspirale.“
Besonders bemerkenswert ist Güllners Einschätzung, dass die Deutschen nicht grundsätzlich skeptischer gegenüber politischer Führung seien als andere Nationen.
> „Insofern ist für die große Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Kanzler nicht eine allgemeine Skepsis der Deutschen gegenüber ihrer politischen Führung verantwortlich, sondern ausschließlich die Person Merz selbst“,
analysierte der Meinungsforscher.
An der Spitze des internationalen Rankings steht Indiens Premierminister Narendra Modi mit einer Zustimmung von 70 Prozent. Es folgen Südkoreas Präsident Lee Jae-myung (63 %) und der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš (55 %).
US-Präsident Donald Trump landet mit 38 Prozent Zustimmung und 57 Prozent Ablehnung im Mittelfeld, knapp vor dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan (36 % Zustimmung, 50 % Ablehnung).
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