Die von den USA am Montag verhängte Seeblockade gegen den Iran findet in der jüngeren Geschichte kaum historische Parallelen. Das US-Militär hat bisher nur wenige konkrete Details zur geplanten Durchführung der Operation öffentlich gemacht.
Die New York Times berichtete am Montag, dass frühere Militäreinsätze im Nahen Osten jedoch Hinweise darauf liefern könnten, wie eine solche Blockade in der Praxis aussehen könnte.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag erklärt, er habe eine Seeblockade gegen den Iran in der Straße von Hormus angeordnet. Diese strategisch entscheidende Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Routen für den globalen Ölhandel.
Das US-Zentralkommando, das für Militäroperationen im Nahen Osten zuständig ist, schien den Umfang der Maßnahme am Montag jedoch einzuschränken. Es erklärte, man werde künftig verhindern, dass Handelsschiffe iranische Häfen anlaufen oder von dort auslaufen. In einer an die Schifffahrt in der Region gerichteten Warnung hieß es zudem, die Details der Umsetzung befänden sich noch “in Entwicklung”.
Wie könnte die US-Marine Schiffe überwachen und aufbringen? Eine Möglichkeit wäre der Einsatz von Zerstörern, die mit ihren Radarsystemen die iranischen Häfen überwachen und den Schiffsverkehr verfolgen. Für die lange südliche Küste des Iran wäre dafür jedoch ein erheblicher Aufwand an Kriegsschiffen nötig.
Alternativ könnte das US-Zentralkommando eine Gruppe von Zerstörern beidseits der Straße von Hormus stationieren, um Schiffe zu kontrollieren und festzusetzen. Gleichzeitig könnten Überwachungsdrohnen eingesetzt werden, um die Hafengebiete zu beobachten.
Was passiert, wenn die USA ein Schiff kapern wollen? Ein Navy-Einsatzteam könnte sich mit einem Schnellboot nähern und eine schmale Kletterleiter an der Bordwand des Zielschiffs anbringen. Dieser Vorgang wird jedoch deutlich riskanter und schwieriger, wenn die See rau ist, es Nacht ist oder die Besatzung des Zielschiffs Widerstand leistet.
In solchen Fällen ist es oft effektiver, das Einsatzkommando per Hubschrauber einzusetzen. Die Soldaten seilen sich dann über sogenannte “Fast Ropes” – dicke, geflochtene Seile – direkt auf das Deck des Schiffes ab. In jüngerer Vergangenheit setzten Teams aus Marines und der Küstenwache diese Methode bereits ein, um Tanker mit venezolanischem Öl in der Karibik zu entern.
Der letzte Versuch des US-Militärs, den gesamten Schiffsverkehr zu einem Staat zu blockieren, fand im Oktober 1962 statt. Während der Kubakrise verhängte Präsident John F. Kennedy eine “Quarantäne” – faktisch eine Blockade – um die Insel, um die Lieferung sowjetischer Atomwaffen zu verhindern.
In jüngerer Zeit führte die Trump-Regierung Maßnahmen durch, die sie teilweise als Blockaden gegen Venezuela und Kuba bezeichnete. Diese richteten sich jedoch primär gegen Ölexporte und erreichten bei weitem nicht den umfassenden Charakter der nun gegen den Iran angekündigten Blockade.
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