Schusswaffengewalt an türkischen Bildungseinrichtungen ist ein äußerst seltenes Phänomen. Umso bestürzender wirkt der Amoklauf, der sich am Dienstag in der südosttürkischen Provinz Şanlıurfa ereignete. Bei dem Angriff an einer Schule im Landkreis Siverek wurden 16 Personen durch Schüsse verletzt. Der Täter nahm sich nach der Tat das Leben.
Eine Überwachungskamera hielt Teile der Gewalttat fest. Zahlreiche türkische Medien veröffentlichten das verstörende Videomaterial. Die Aufnahmen zeigen unter anderem, wie Lehrkräfte und Schüler in Klassenzimmern Schutz suchten.
An der Schule brach Panik aus. In weiteren Videos ist zu sehen, wie Menschen vom Tatort fliehen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, die Schule wurde evakuiert. Auf Bild- und Videoaufnahmen war auch ein gepanzertes Fahrzeug der Sicherheitskräfte zu erkennen.
Laut den örtlichen Behörden befanden sich unter den Verletzten zehn Schüler, vier Lehrer, ein Polizeibeamter und ein Kantinenmitarbeiter. Bei dem Täter soll es sich um einen ehemaligen Schüler des Abschlussjahrgangs 2007 gehandelt haben. Der etwa 18-Jährige soll bei seinem Angriff eine Jagdflinte verwendet haben.
Laut einer Erklärung von Gouverneur Hasan Şıldak wurden vier Schwerverletzte in Krankenhäuser der Provinzhauptstadt Şanlıurfa gebracht. Die übrigen Opfer werden im Krankenhaus des Landkreises Siverek behandelt. Die Ermittlungen dauern an.
Über ein mögliches Motiv des Täters lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. Medienberichten zufolge soll er die Schule bis zur neunten Klasse besucht haben, bevor er zum Fernunterricht wechselte.
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