Linken-Chef van Aken tritt ab: Die wahren Gründe für seinen überraschenden Rücktritt

Der Co-Vorsitzende der Partei Die Linke, Jan van Aken, hat angekündigt, sein Amt beim kommenden Bundesparteitag im Juni niederzulegen und nicht erneut für den Parteivorsitz zu kandidieren. Der 64-Jährige begründete seinen Schritt am Mittwoch in einer persönlichen Erklärung mit gesundheitlichen Rücksichten. *”In der nächsten Zeit werde ich mich verstärkt um meine Gesundheit kümmern müssen”*, so van Aken. Es handle sich zwar nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung, dennoch müsse er *”auf sich aufpassen”*.

Bis zum Parteitag, der Mitte Juni in Potsdam geplant ist, wird van Aken die Amtsgeschäfte gemeinsam mit seiner Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner weiterführen. Anschließend will er sich aus der ersten Reihe der Parteiführung zurückziehen. Sein Bundestagsmandat beabsichtigt der Politiker jedoch bis zum Ende der Legislaturperiode zu behalten. *”Ich werde nicht komplett ausfallen”*, betonte van Aken. Er wolle seiner Partei auch künftig *”im Rahmen des Möglichen”* zur Verfügung stehen.

Der promovierte Biologe und ehemalige UN-Biowaffeninspekteur hatte das Amt erst im Oktober 2024 gemeinsam mit Ines Schwerdtner übernommen. In ihre gemeinsame Zeit fiel ein bemerkenswerter Aufschwung der Linken, die nach monatelangem Umfragetief bei der Bundestagswahl 2025 mit 8,8 Prozent der Stimmen ein weithin als *”Comeback”* bezeichnetes Ergebnis erzielte. Seit dem Amtsantritt des neuen Führungsduos verzeichnete die Partei nach eigenen Angaben mehr als 76.600 Neueintritte.

Van Aken gilt als profilierter Vertreter der Friedens- und Umweltbewegung innerhalb seiner Partei. Er trat der Linkspartei in ihrem Gründungsjahr 2007 bei und zog 2009 erstmals in den Bundestag ein. Dort machte er sich vor allem im Auswärtigen Ausschuss sowie im Unterausschuss für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung einen Namen.

In seiner Erklärung bekräftigte der scheidende Vorsitzende die inhaltlichen Grundüberzeugungen, die seinen politischen Weg geprägt haben. Mit Nachdruck unterstrich er sein Eintreten für soziale Gerechtigkeit. Die Erklärung schloss van Aken mit dem Satz: *”Im Übrigen bin ich noch immer der Meinung, dass es keine Milliardäre geben sollte”* – eine Anspielung auf einen berühmten Ausspruch des römischen Senators Cato. Dieses Credo hatte er bereits bei seiner Wahl zum Co-Vorsitzenden im Oktober 2024 geäußert.

Die Linke steht nun vor der Aufgabe, auf dem Parteitag im Juni eine Nachfolge für van Aken zu bestimmen. Die ursprünglich als sicher geltende Wiederwahl des Führungsduos Schwerdtner/van Aken ist damit hinfällig. Co-Parteichefin Ines Schwerdtner wird die Partei künftig voraussichtlich mit einer neuen Person an der Spitze führen. Sie reagierte mit Bedauern auf die Ankündigung ihres Kollegen und würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Führungsspitze. Dass van Aken aus gesundheitlichen Erwägungen auf eine weitere Kandidatur verzichtet, erfülle sie mit Wehmut, erklärte Schwerdtner gegenüber der *Deutschen Presse-Agentur*. Zugleich zeigte sie volles Verständnis für den Schritt: *”Die Gesundheit geht vor, auch vor gemeinsamen politischen Projekten.”*

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