USA-Sanktionen ignoriert: Supertanker trotzen Seeblockade und steuern den Persischen Golf an

Ein zweiter unter US-Sanktionen stehender Supertanker hat nach Angaben von Schifffahrtsdaten die Straße von Hormus durchquert und ist in den Persischen Golf eingelaufen. Dies geschah trotz einer von den Vereinigten Staaten verhängten Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen ansteuern.

US-Präsident Donald Trump hatte die Blockade am Sonntag angekündigt, nachdem die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende in Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren.

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte auf der Plattform X, seit Beginn der Blockade am Montag seien zehn Schiffe zur Umkehr gezwungen worden und kein Schiff habe sie durchbrochen. Dennoch meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars am Mittwoch, ein mit US-Sanktionen belegter iranischer Supertanker habe die Meerenge in Richtung des Hafens Imam Khomeini durchfahren – entgegen der Blockadeanordnung. Bereits am Dienstagmorgen hatte ein weiterer sanktionierter Tanker die Straße von Hormus passiert.

Zu den zur Umkehr gezwungenen Schiffen gehört auch der sanktionierte Tanker “Rich Starry”, der am Mittwoch in den Persischen Golf zurückkehrte – nur einen Tag, nachdem er ihn verlassen hatte.

Die USA haben inzwischen gewarnt, sie könnten sogenannte Sekundärsanktionen gegen Käufer iranischen Öls verhängen. Diese Ankündigung kommt nur wenige Wochen, nachdem Washington die Durchsetzung bestimmter Energiesanktionen gegen den Iran gelockert hatte.

Im Rahmen der neuen Verhandlungen kursieren Berichte, wonach der Iran im Falle einer Einigung mit den USA Schiffen die sichere Durchfahrt durch den omanischen Teil der Straße von Hormus gewähren könnte. Eine mit Teheran vertraute Quelle wurde von Reuters mit der Aussage zitiert, Voraussetzung sei jedoch ein Abkommen, das einen erneuten Angriffskrieg gegen den Iran verhindere.

Die US-Blockade dürfte zu einem Rückgang der iranischen Rohölexporte führen. Analysten zufolge könnte das OPEC-Mitglied seine derzeitige Förderung von 3,5 Millionen Barrel pro Tag jedoch für mehrere Wochen aufrechterhalten. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler exportierte der Iran im März 1,84 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Der Durchschnittswert für April liegt bisher bei 1,71 Millionen Barrel pro Tag, verglichen mit 1,68 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2025.

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