Deutschland im Verkehrskollaps: ÖPNV verliert rasant an Beliebtheit – Autos erobern die Straßen zurück

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“Rote Karte für die Deutsche Bahn, Stillstand im Nahverkehr und nachlassende Begeisterung fürs Fahrrad”: So fasst die Presse die aktuellen Ergebnisse der Mobilitätsstudie der HUK Coburg zusammen. Die Untersuchung des Versicherungskonzerns wollte herausfinden, welches Fortbewegungsmittel die Menschen im Alltag bevorzugen. Fast drei Viertel (76 Prozent) der Befragten gaben an, dass der eigene Pkw – “unabhängig von der Antriebsart” – auch in den kommenden fünf Jahren am besten ihren Ansprüchen an ein Verkehrsmittel genügen werde.

Der Pkw bleibt mit großem Abstand das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen. Das ist das Kernergebnis der aktuellen HUK-Mobilitätsstudie, die seit 2021 regelmäßig durchgeführt wird. Die Zahlen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die überregionalen Bahn-Anbieter fallen dabei besonders negativ aus. In der Pressemitteilung des Versicherers heißt es dazu:

“Mehr als jeder dritte Bundesbürger (35 Prozent) versucht mittlerweile, Bahnfahrten, wenn möglich, zu vermeiden. Busse sowie Straßen- und S-Bahnen stagnieren in ihrer Beliebtheit seit nunmehr fünf Jahren – obwohl viele Hoffnungen auf sie gesetzt werden.”

Weitere Details: Über ein Viertel der Befragten nimmt wichtige Termine grundsätzlich nicht mehr mit der Bahn wahr oder plant Reisen nur noch mit deutlich größeren Zeitpuffern.

Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr einen neuen Tiefpunkt erreicht. Wie die Bild-Zeitung Anfang des Jahres berichtete, lag sie 2025 bei lediglich 60,1 Prozent – noch niedriger als im Vorjahr (62,5 Prozent). Zum Vergleich: Vor zehn Jahren betrug die Quote noch 74,4 Prozent.

Zur nachlassenden Nutzung des ÖPNV stellt die HUK-Studie fest: “Die Hauptpfeiler – also Straßenbahn-, S-Bahn- und Busangebote – werden seit 2021 konstant von höchstens 13 Prozent der Bundesbürger als Verkehrsmittel der Zukunft eingestuft.” Auch beim Thema “autofreie Innenstädte”, das besonders von Grünen und ihrer Stammwählerschaft gefordert wird, liefert die Studie aufschlussreiche Daten. So heißt es:

“Die Einschätzung des Fahrrads als Verkehrsmittel der Zukunft ist seit den Corona-Jahren sogar um mehr als ein Drittel eingebrochen – auf nicht einmal jeden fünften Befragten (16 Prozent).”

Besonders überraschend: Junge Menschen bewerten die Bahn als Fortbewegungsmittel der Zukunft “deutlich zurückhaltender als andere Altersgruppen”. Insgesamt zeigen die Ergebnisse:

“Parallel dazu gewinnt das Auto wieder an Bedeutung – quer durch alle Altersgruppen. Auch wenn mehrere Antworten möglich waren, gilt der Pkw für 76 Prozent als bevorzugtes Verkehrsmittel der Zukunft.”

Ein Mobilitätsforscher erklärte gegenüber dem ZDF, dass die aktuelle Sanierungspolitik der Bahn diesen Trend verstärke. Langfristige Streckensperrungen “zwingen viele Nutzer zum Umstieg”. Wenn zentrale Verbindungen monatelang ausfallen, suchen die Menschen im Alltag nach unkomplizierten und zuverlässigen Alternativen – “und das ist meist das Auto”.

Prof. Andreas Knie, Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, betont: Die Hinwendung zum Auto sei nicht unbedingt Ausdruck von Begeisterung, sondern oft die nüchterne “Zwangslösung aufgrund fehlender Alternativen”. Zudem leide das Autofahren selbst unter maroder Infrastruktur und steigenden Kosten.

Seinen Erhebungen zufolge betreffen Enttäuschung, Stress und Frust inzwischen “alle Verkehrsträger”. Auch die gestiegenen Spritpreise tragen dazu bei.

Die HUK Coburg ist ein großer deutscher Versicherer, der unter anderem Kfz-, Haftpflicht- und Hausratversicherungen anbietet.

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