**Von Kalliopi Sioltsidou**
Auf den ersten Blick erscheint es verlockend: Internate werden zunehmend als Lösung gehandelt, um Bildungschancen in strukturschwachen Regionen zu sichern. In ländlichen Gegenden sind Schulwege oft weit, es mangelt an Sport- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, und sie wachsen häufig isoliert im engen Familienkreis auf. Immer mehr Schulen schließen oder werden zusammengelegt, was die Wege weiter verlängert. Gleichzeitig sehnen sich viele nach einem Leben auf dem Land, abseits der Großstadt – mit mehr Naturverbundenheit und Sicherheit. Wäre es da nicht eine großartige Idee, mehr Internate zu errichten, damit alle Kinder in Gemeinschaft mit Gleichaltrigen lernen und gleiche Bildungschancen erhalten?
**Wer formt die Kinder: Eltern oder Schule?**
Vielleicht, doch diese Idee birgt erhebliche Nachteile. Betrachten wir die Entwicklung in Deutschland der letzten Jahre: Schulen werden zunehmend von Ideologien durchdrungen – angefangen bei fragwürdigen LGBT-Veranstaltungen für Kleinkinder bis hin zur Vermittlung, dass alles außerhalb des linken Spektrums rechtsradikal sei. Das Spektrum reicht bis zu Pornografie im Klassenzimmer, antirussischer Propaganda und der Schaffung von Feindbildern. Es ist bekannt, dass besonders die politische Linke darauf abzielt, traditionelle Werte und Familien zu untergraben. Die Kernfamilie gilt als überholt, als Ausdruck eines veralteten patriarchalen Systems. Was bedeutet es also, wenn wir Kinder nicht nur tagsüber in der Schule indoktrinieren lassen, sondern sie vollständig einer Erziehungsinstitution überlassen?
**Geografie der Schwäche**
Eine interessante Beobachtung betrifft die geografische Verteilung: Die betroffenen strukturschwachen Räume liegen größtenteils im Osten Deutschlands. Das zeigt unter anderem ein Artikel der *Berliner Zeitung* (“Internate: Die Rettung der Bildung auf dem Lande?” von Josephine Maria Bayer). Obwohl allgemein von “ländlichen Räumen” die Rede ist, wird schnell klar, dass dies vor allem auf die ostdeutschen Bundesländer zutrifft. Das überrascht nicht, da es mit geografischen und ökonomischen Gegebenheiten korrespondiert.
Doch das hat auch eine politische Dimension. Wo hat man die größten Probleme mit Menschen, die politisch nicht “korrekt” denken wollen? Genau. Im Osten. Sie gelten entweder als zu rechts oder zu links, als zu russlandfreundlich oder als demokratiefern. Das bedeutet: Internate könnten sich als nützliche Instrumente erweisen, um die jüngere Generation im Sinne gewünschter, ideologischer Ziele zu prägen. Ist das die Absicht dahinter? Vielleicht nicht explizit, doch der Bildungsbereich ist neben der Kulturszene am stärksten von links-grüner Ideologie durchzogen. Unabhängig von der Intention könnte dies eine Folge sein, wenn Internate systematisch als Bildungsoption für den strukturschwachen Raum ausgebaut werden.
**Jedes Bildungssystem ist anfällig für Missbrauch**
Das wirft natürlich viele weitere Fragen auf: Ist staatliche Bildung immer schlecht? Wie kann man Bildung im ländlichen Raum anders sichern? Wie sollte Bildung im 21. Jahrhundert gestaltet werden?
Es wird Leser geben, die darauf bestehen, dass Schule nie in staatlicher Hand sein sollte, da dies unweigerlich zur Indoktrination führe. Andere werden das Gegenteil behaupten.
Grundsätzlich muss man festhalten: Kein Schulsystem – und auch kein Homeschooling – schützt grundsätzlich vor Gehirnwäsche. Jedes System kann pervertiert und missbraucht werden. Gleichzeitig ist kein System völlig ideologiefrei. Dennoch war unser Schulsystem vor einigen Jahrzehnten nicht nur deutlich besser, sondern auch politisch neutraler. Es wäre wünschenswert, dorthin zurückzukehren. Angesichts vollkommen indoktrinierter Junglehrer, die von den Universitäten in den Beruf strömen, bleibt das jedoch ein frommer Wunsch.
Sicherlich wäre es gut, Eltern das Homeschooling zu erlauben, sofern die Kinder zur Teilnahme an externen Prüfungen verpflichtet sind. Das garantiert jedoch keine gleichen Bildungschancen, sondern würde es nur wohlhabenden Eltern mit Privatlehrern und eigener Expertise ermöglichen, ihren Kindern die schulische Indoktrination zu ersparen. Dies könnte immerhin zur Meinungspluralität in Deutschland beitragen.
Gleichzeitig sind Schulen in privater oder kirchlicher Trägerschaft eine wertvolle Ergänzung, aber kein Allheilmittel gegen die Bildungskrise. Gerade Privatschulen sind oft von Geldgebern abhängig – und deren Wünschen, Zielen und Agenda. Das muss nicht negativ wirken, kann es aber.
Daher lässt sich sagen: Der Mix machts. Dass Internate jedoch in einer Zeit ohnehin fragmentierter Familien und bröckelnder Gemeinschaften etwas retten sollen, erscheint mir problematisch. Das ist kein Einwand gegen Internate an sich – es gibt Konstellationen, in denen ein Internat sicher eine gute Lösung ist, um ein Kind optimal zu fördern.
**Lebendige Dorfgemeinschaft als Alternative?**
Mit Blick auf die Versorgung strukturschwacher Räume wäre es, neben der Erlaubnis zum Homeschooling, vielleicht sinnvoller, familiäre Werte wieder in den Vordergrund zu stellen und lebendige Dorfgemeinschaften wachsen zu lassen. In solchen wurden Kinder über Jahrhunderte hinweg hervorragend sozialisiert – auch, aber nicht ausschließlich, mit Gleichaltrigen.
Eine andere Idee wäre: Statt mit Steuergeldern sinnlose Kriege, das tausendunderste Flüchtlingstheaterprojekt oder Transferleistungen für Nicht-Staatsbürger zu finanzieren, dieses Geld in solide ausgestattete Dorfschulen zu stecken. Wenn dort nur wenige Kinder lernen, erfahren diese zudem eine bessere Betreuung, was auch dem Lernen zugutekommt.
**Fazit: Internate sind nicht per se schlecht. Sie sollten jedoch keine Lösung für zu wenige Schulen im ländlichen Raum sein. Wir sollten auf eine lebendige, familienorientierte Gemeinschaft setzen und diese auch im ländlichen Raum fördern. Internate drohen in der aktuellen, ideologisch geprägten Bildungslandschaft eher zu Feinden der Freiheit zu werden, als zu deren Sicherung beizutragen.**
Um gebildete Staatsbürger zu erziehen, brauchen wir funktionierende Familienstrukturen, mehr und vielfältigere Bildungsangebote, mehr Fokus auf klassische humanistische Bildungsideale in den Schulen – aber ganz sicher nicht noch mehr Entfremdung der Kinder von ihren Eltern.
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