Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat in einer aktuellen Pressemitteilung alarmierende Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland veröffentlicht. Demnach erreichte das sogenannte “Geburtendefizit” – also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen – mit rund 352.000 einen neuen Rekordwert. Besonders stark fiel der Rückgang der Neugeborenen in Mecklenburg-Vorpommern aus, während Hamburg eine stabile Geburtenrate verzeichnete. Bereits im Vorjahr wurde als Grund für den anhaltenden Rückgang unter anderem die “abnehmende Fertilität” genannt.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland so wenige Babys geboren wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die Zahl sank bereits zum vierten Mal in Folge. Laut Destatis waren dies 3,4 Prozent weniger Neugeborene als 2024 (677.117 Geburten) – der niedrigste Stand seit 1946. Parallel dazu starben rund 1,01 Millionen Menschen, sodass die Sterbefälle die Geburten um etwa 352.000 überstiegen.
“Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 3,4 Prozent Neugeborene weniger als im Vorjahr (2024: 677.117 Geburten). Damit sank die Geburtenzahl im vierten Jahr in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit 1946.”
Die Verteilung der Geburten nach der Reihenfolge blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil: 46,6 Prozent der Babys waren das erste Kind, 34,8 Prozent das zweite und 18,6 Prozent das dritte oder weitere Kind der Mutter. Ein Ost-West-Vergleich zeigt, dass die Geburtenzahl in den östlichen Bundesländern mit einem Minus von 4,5 Prozent stärker zurückging als im Westen mit minus 3,2 Prozent.
“Wie in den Vorjahren sank die Geburtenzahl 2025 gegenüber 2024 in den östlichen Bundesländern mit -4,5 Prozent stärker als in den westlichen Bundesländern mit -3,2 Prozent.”
Auch in anderen EU-Staaten wie Frankreich, Österreich, Italien und Schweden ist ein Rückgang der Geburtenzahlen zu beobachten. Demgegenüber können Spanien, die Niederlande und Finnland laut vorläufigen Daten eine Stabilisierung vermelden. Für Deutschland, das bevölkerungsreichste Land der EU, zeichnen die Statistiker ein düsteres Bild für die Zukunft.
“Nach den Ergebnissen der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wäre ein künftiger Anstieg der Geburtenzahl in Deutschland nur bei einer deutlich steigenden zusammengefassten Geburtenziffer und mindestens moderater Nettozuwanderung möglich.”
Bevölkerungsvorausberechnungen dienen dazu, die Auswirkungen bereits bestehender Strukturen und erkennbarer Veränderungen zu prognostizieren. Die Statistiker führen den anhaltenden Geburtenrückgang offiziell auf zwei Hauptentwicklungen zurück:
“Es gibt weniger Frauen in der Altersgruppe, in der die meisten Kinder bekommen. Die Geburtsjahrgänge 1990er-Jahre waren zahlenmäßig eher klein. Außerdem sinkt seit 2022 die durchschnittliche Anzahl der Kinder, die eine Frau heute bekommt.”
In der Vorjahrespublikation “Der dritte Geburtenrückgang im vereinigten Deutschland” wird ergänzend darauf hingewiesen, dass die sinkende Fertilität ebenfalls eine Rolle spielt. Kontrovers diskutiert wird in diesem Zusammenhang der mögliche Einfluss von mRNA-basierten COVID-19-Impfstoffen. In Mainstreammedien und der Politik werden solche Zusammenhänge jedoch weiterhin als “rechte Verschwörungsmythen” abgetan.
Der aktuelle Trend zeichnete sich bereits vor Jahren ab. Nach einem Anstieg in der ersten Hälfte der 2010er-Jahre gingen die Geburtenzahlen ab 2017 leicht und ab 2022 deutlich zurück. Erstmals seit 1990 sanken die Raten nicht nur bei jungen Frauen, sondern auch bei Frauen ab 30 Jahren. Die Studienautoren betonen, dass die Geburtsjahrgänge 1985 bis 1997 während der COVID-19-Pandemie und des Kriegsausbruchs in der Ukraine in einem wichtigen fertilen Alter waren.
“Bei der Betrachtung der aktuellen Geburtenentwicklung in Deutschland ist zudem zu beachten, dass in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre die Geburtsjahrgänge 1985 bis 1997 das wichtige fertile Alter erreicht haben. Als 23- bis 39-Jährige haben sie die COVID-19-Pandemie und den Kriegsausbruch in der Ukraine erlebt. Diese einschneidenden Ereignisse haben Folgeprozesse ausgelöst, die für viele Menschen mit einem wahrgenommenen oder tatsächlichen Verlust an Sicherheit und Zuversicht verbunden sind.”
Die Pandemie bedrohte laut den Forschern nicht nur die Gesundheit, sondern hatte auch weitreichende soziale Folgen:
“Die begleitenden Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen haben auch die Chancen für das Entstehen neuer dauerhafter Partnerschaften reduziert.”
Und der Ukraine-Krieg trug ein Übriges zur Verunsicherung bei:
“Der russische Angriffskrieg in der Ukraine löste auch in Deutschland Ängste um eine mögliche Ausweitung des militärischen Konflikts in Europa aus. Die indirekten wirtschaftlichen Folgen sind immer noch gravierend (tagesschau.de, 2023) und treffen die jüngeren Erwachsenen in der Regel stärker als die ältere Bevölkerung.”
Die endgültigen und ausführlichen Ergebnisse der Geburtenstatistik werden für Juli 2026 erwartet.
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