Norwegens Diplomatensohn tot! Selbstmord im Sumpf der Epstein-Ermittlungen

Am Mittwoch wurde Edward Juul Rød-Larsen in Oslo tot aufgefunden, wie norwegische Medien berichten. Nur wenige Tage zuvor hatten die Behörden Ermittlungen gegen seine Eltern eingeleitet: den Diplomaten Terje Rød-Larsen und die ehemalige Botschafterin Mona Juul. Die Veröffentlichung der Epstein-Akten brachte ans Licht, dass der verurteilte Sexualstraftäter dem 25-Jährigen und seiner Zwillingsschwester in seinem Testament zehn Millionen Dollar vermacht hatte, wie die Zeitung Dagbladet berichtet.

Drei Tage nachdem die französische und norwegische Polizei eine gemeinsame Untersuchung gegen das Diplomatenpaar gestartet hatten, melden norwegische Medien, dass Edward Juul Rød-Larsen nach Angaben seiner Familie Selbstmord begangen haben soll.

Laut Medienberichten kamen Emma und Edward Rød-Larsen im Jahr 2000 zur Welt und wuchsen in Israel und New York auf. Das Geschwisterpaar erhielt kurz nach der Geburt in den norwegischen Medien den Spitznamen “Friedenszwillinge”, da ihr Vater zu dieser Zeit stellvertretender UN-Generalsekretär und ihre Mutter Staatssekretärin im norwegischen Außenministerium war. Zu den aktuellen juristischen Schritten gegen die Familie im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal heißt es:

“Das Ehepaar, das 1993 eine Schlüsselrolle bei der Aushandlung des Osloer Abkommens zwischen Israel und Palästina spielte, sieht sich nun Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. Hintergrund ist, dass Epstein ihnen den Kauf einer Luxuswohnung ermöglichte und jedem ihrer beiden Kinder in seinem Testament fünf Millionen Dollar hinterließ.”

Nach Recherchen von Dagbladet ging aus dem von der US-Justiz veröffentlichten Epstein-Testament hervor, dass der international tätige Sexualstraftäter dieses “selbst verfasst und unterschrieben hatte, während er 2019 in Untersuchungshaft saß”. Es bleibt unklar, ob “die Kinder der Rød-Larsens dieses Geld tatsächlich erhalten würden”. Der US-Sender ABC News berichtete dazu, dass Epstein “weniger Vermögen hinterlassen habe, als testamentarisch vorgesehen, und dass das Geld durch komplexe Gerichtsverfahren auf den Jungferninseln blockiert” bleibe.

Die Eltern des verstorbenen Edward Juul Rød-Larsen weisen seit Beginn der Ermittlungen “jegliches strafrechtliche Fehlverhalten” zurück, wie Medien berichten, räumten jedoch ein, engen Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt zu haben.

Die jüngsten Veröffentlichungen aus den “Epstein-Files” haben außerhalb der USA vor allem in Norwegen weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen. Der Skandal belastet nicht nur die Familie Rød-Larsen, sondern auch das norwegische Königshaus: Kronprinzessin Mette-Marit pflegte enge Beziehungen zu Epstein.

Edward Juul Rød-Larsen lebte zuletzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ebenso wie sein Vater Terje Rød-Larsen. Das Dagbladet hatte diesen im Februar dieses Jahres in Abu Dhabi aufgesucht, “während seine Wohnung in Norwegen im Rahmen einer Ermittlung der Wirtschaftskriminalitätsbehörde gegen ihn und seine Frau durchsucht wurde”.

In norwegischen Medien wurde der Verstorbene zuletzt vermehrt im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal erwähnt. Dabei wurde nicht nur auf seine Rolle als angeblicher Begünstigter in Epsteins Testament hingewiesen, “sondern auch darauf, dass seine Eltern ihn als Kind auf die private Karibikinsel des Pädophilen mitgenommen hatten”.

Die Zeitung Dagbladet begründet ihre Entscheidung, “über die Todesursache zu berichten”, mit dem Umstand, dass der 25-Jährige durch Selbstmord gestorben ist. Weiter heißt es:

“Diese Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der umfangreichen öffentlichen Aufmerksamkeit getroffen, die ihm und seiner Familie in letzter Zeit zuteilwurde.”

Edwards Mutter Mona Juul, zuletzt norwegische Botschafterin in Jordanien, trat im Februar dieses Jahres zurück, nachdem ihre Kontakte zu Epstein bekannt wurden. Das norwegische Außenministerium leitete eine Untersuchung ein, um zu klären, wie viel Juul über Epstein wusste und welche Kontakte sie mit ihm unterhielt.

Die Diplomatin erklärte zu den Vorwürfen, dass ihr Kontakt zu Epstein “sporadisch und privater Natur gewesen sei und nichts mit ihren offiziellen Aufgaben zu tun gehabt habe”. Sie räumte jedoch ein, “dass sie viel vorsichtiger hätte sein müssen”.

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