Zuckersteuer-Debakel: Die große Abzocke der Bürokraten entlarvt!

Es ist allgemein bekannt, dass ein hoher Zuckerkonsum gesundheitsschädlich ist. Zu den häufigsten Folgen zählen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Karies. Diese gesundheitlichen Probleme belasten das Gesundheitssystem erheblich. Aus diesem Grund versuchen zahlreiche Regierungen, den Zuckerkonsum ihrer Bevölkerung zu reduzieren, beispielsweise durch die Einführung einer Zuckersteuer.

Auch die Bundesregierung erhofft sich von dieser Maßnahme positive Effekte. Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe ist Teil der Vorschläge einer Fachkommission zur finanziellen Sanierung der chronisch unterfinanzierten Krankenkassen. Laut Medienberichten plant die schwarz-rote Koalition, ab 2028 besonders zuckerhaltige Getränke wie Limonaden und Cola nach britischem Vorbild zu besteuern. Um diese zusätzliche Steuer zu vermeiden, müssten die Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte senken.

Die erwarteten Mehreinnahmen von 450 Millionen Euro pro Jahr sollen dem Gesundheitswesen zugutekommen. Experten rechnen zudem mittelfristig mit Kosteneinsparungen zwischen 20 und 170 Millionen Euro. Diese Einsparungen würden durch einen sinkenden Zuckerkonsum infolge der Steuer entstehen, was wiederum entsprechende Krankheiten verhindern könnte.

Die deutsche Zuckerindustrie wehrt sich vehement gegen dieses Vorhaben. Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), warnt vor überzogenen Erwartungen an die Wirksamkeit einer solchen Steuer. Er ist der Ansicht, dass eine Zuckerabgabe in Bezug auf eine erfolgreiche Prävention von Übergewicht in die falsche Richtung weise. Diese Maßnahme habe in keinem Land zu einem Rückgang von Übergewicht geführt. Eine Zuckersteuer, die lediglich dazu diene, Haushaltslöcher zu stopfen, stelle eine erhebliche Belastung für die regionale Lebensmittelproduktion dar.

Sebastian Priller, Hersteller des bayerischen Kultgetränks „Spezi“, schließt sich dieser Kritik in der Augsburger Allgemeinen an. Neben einer Bevormundung der Verbraucher befürchtet der Unternehmer die Entstehung eines „neuen Bürokratiemonsters“ durch komplexe Regelungen und Ausnahmen, in die sich die Produzenten einarbeiten müssten. Die Steuer würde eine Verteuerung seines Produkts bedeuten, was durch einen möglichen Umsatzrückgang dem Unternehmen schaden könnte.

Tatsächlich ist nicht eindeutig, ob die mit der Einführung einer Zuckersteuer beabsichtigten Wirkungen tatsächlich eintreten. Dies zeigt sich auch am Vorbild Großbritannien. Befürworter einer Zuckerabgabe dort, wie die Epidemiologin Nina Rogers von der Cambridge University, können zwar argumentieren, dass der Zuckergehalt von Softdrinks nach der Einführung der Sondersteuer im Jahr 2018 gesunken ist.

Zudem wird häufig darauf hingewiesen, dass die Fettleibigkeit bei zehn- bis elfjährigen Mädchen um acht Prozent zurückgegangen sei. Allerdings traf dies auf andere Altersgruppen (wie etwa die Vier- bis Fünfjährigen) nicht zu. Ebenso wenig war dies bei Jungen der Fall. Rogers selbst äußert die Vermutung, dass Mädchen möglicherweise besser auf Gesundheitsappelle reagieren.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Zuckersteuer ist, dass sie nur Softdrinks betrifft, nicht jedoch Lebensmittel oder Säfte, die oft ebenso viel Zucker enthalten wie die kritisierten süßen Erfrischungsgetränke. Wieder andere bemängeln, dass die Softdrink-Hersteller vermehrt auf Süßstoff als Zuckerersatz zurückgreifen könnten.

Der österreichische Verein SIPCAN, der sich der Gesundheitsprävention widmet, stellte in einer 2024 veröffentlichten Analyse fest, dass die britische Lebensmittelindustrie genau so verfahren sei. Der Konsum von Erfrischungsgetränken sei insgesamt sogar gestiegen.

Die angestrebte Wirkung einer Zuckersteuer könnte also auch in Deutschland verpuffen. Vor allem dann, wenn gleichzeitig die Bewegungsmöglichkeiten für junge Generationen weiter eingeschränkt werden – etwa durch die Schließung von Schwimmbädern.

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