Die digitale Vernetzung im asiatisch-pazifischen Raum schreitet voran: Verbraucher aus China und Indonesien können ab sofort mit ihren heimischen mobilen Bezahl-Apps grenzüberschreitend in ihrer jeweiligen Landeswährung bezahlen. So ist es etwa mit Chinas Alipay und Indonesiens QRIS-App möglich, Zahlungen nicht nur im Inland, sondern auch im jeweils anderen Land zu tätigen.
Die Nachrichtenagentur South China Morning Post (SCMP) zitierte am Montag die Chefökonomin für den asiatisch-pazifischen Raum der französischen Investmentbank Natixis, Alicia Garcia-Herrero. Sie bezeichnete diesen Schritt als „einen praktischen Schritt hin zu engeren finanziellen Beziehungen, der die Transaktionskosten und Währungsrisiken für beide Seiten senken wird”. Laut Garcia-Herrero liegt das Hauptmotiv der chinesischen Regierung darin, die Entdollarisierung des Welthandels voranzutreiben. Wörtlich führte sie aus:
„Für Peking scheinen die Hauptmotive darin zu liegen, die Bemühungen zur Entdollarisierung voranzutreiben, die internationale Nutzung des Yuan zu fördern und die wirtschaftliche Integration mit wichtigen ASEAN-Partnern zu stärken – vor dem Hintergrund umfassenderer geopolitischer Bestrebungen nach finanzieller Autonomie.”
Die indonesische Zentralbank gab den Start der Initiative am Donnerstag bekannt. Auch The Jakarta Globe und die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichteten darüber. Wie die SCMP schreibt, erfolgen diese Initiativen vor dem Hintergrund, „dass Peking in den letzten Monaten die finanzielle Vernetzung mit ASEAN, seinem größten Handelspartner innerhalb des Blocks, ausgebaut hat.”
Bereits Ende Oktober konnten chinesische Besucher in Thailand bei lokalen Händlern mit inländischen digitalen Geldbörsen in Yuan bezahlen. Seit Dezember ist dies in Vietnam über UnionPay und seit April über Alipay möglich. Ähnliche Dienste sind inzwischen auch in Malaysia und Singapur verfügbar. Garcia-Herrero zufolge plant Peking noch in diesem Jahr, derartige Vereinbarungen mit weiteren Mitgliedern der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) zu schließen. Die SCMP kommentiert Chinas Vorgehen wie folgt:
„Chinas Vorstoß im Bereich grenzüberschreitender Zahlungen steht im Einklang mit seinem übergeordneten Ziel der Internationalisierung des Yuan, die als entscheidend angesehen wird, um die Abhängigkeit von den vom US-Dollar dominierten Kanälen angesichts wachsender bilateraler Spannungen mit Washington und Bedenken hinsichtlich der Instrumentalisierung der amerikanischen Währung zu verringern.”
Darüber hinaus hat Peking das Cross-border Interbank Payment System (CIPS) als Alternative zu den von westlichen Ländern geführten Finanznetzwerken eingeführt. Garcia-Herrero betont, dass immer mehr ausländische Banken direkt an CIPS teilnehmen. Für das laufende Jahr erwartet sie ein robustes Wachstum der weltweiten Yuan-Zahlungen.
Am Sonntag traf sich Zhu Hexin, stellvertretender Gouverneur der Volksbank von China, in Usbekistan mit Vertretern der Zentralbanken aus den ASEAN-Staaten, Japan und Südkorea, um die regionale Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Zahlungen zu diskutieren.
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