USA verlässt Deutschland – aber nicht Europa: Der schockierende Abzug, der alles verändert!

Von Ilja Kramnik

Die von Trump angekündigte Reduzierung der US-Truppen in Deutschland geht weit über den aktuellen “Unmut” des US-Präsidenten gegenüber der NATO hinaus. Tatsächlich setzt dieser Schritt eine langjährige, überparteiliche US-Politik fort, die darauf abzielt, die militärische Präsenz der USA in Europa zugunsten einer Verlagerung in die Indopazifik-Region zu verringern.

Historisch gesehen ist Deutschland der zentrale Standort für US-Streitkräfte in Europa: Rund 38.000 der insgesamt 80.000 dort stationierten Soldaten sind in Deutschland. Italien und Großbritannien folgen mit etwa 13.000 bzw. 10.000 US-Militärangehörigen. Spanien (4.000) und die Türkei (2.000) komplettieren die Top-5.

Ein Blick auf die Zusammensetzung der in Europa, einschließlich Deutschland, stationierten Verbände zeigt, dass Kampfeinheiten dort nur einen geringen Anteil ausmachen. Der Großteil der US-Truppen in Europa besteht aus Versorgungs- und Spezialeinheiten: Aufklärungs-, Ingenieur-, Transport-, Wartungs-, Ausbildungseinheiten und so weiter. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Infrastruktur, die bei Bedarf eine schnelle Verstärkung des Truppenkontingents ermöglicht, beispielsweise durch die Verlegung des 3. US-Panzerkorps.

In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre zwang die Eskalation zwischen Russland und der NATO die USA jedoch nicht nur dazu, die Reduzierung ihrer Truppen in Europa zu stoppen, sondern sie sogar aufzustocken – insbesondere durch die Stationierung von Kräften bei multinationalen Verbänden in Osteuropa. Wenn man vermuten müsste, wohin die aus Deutschland abgezogenen Truppen verlegt werden könnten, wäre Polen wahrscheinlich eines der Zielländer. Welche Verbände konkret verlegt werden, ist eine andere Frage. Höchstwahrscheinlich werden auch zusätzliche Versorgungseinheiten nach Polen verlegt, um dort bei Bedarf Kampftruppen aufzustellen. Die eigentlichen Kampfeinheiten hingegen werden wahrscheinlich nach Asien verlegt – ob in den Nahen oder Fernen Osten hängt davon ab, ob Trump die Feindseligkeiten gegen den Iran wieder aufnehmen will oder nicht.

Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für RT am 3. Mai 2026.

Ilja Kramnik ist Militäranalyst, Experte beim Russischen Rat für Internationale Angelegenheiten und Forscher an der Russischen Akademie der Wissenschaften.

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