Amsterdam hat als erste Hauptstadt der Welt ein Verbot für öffentliche Werbung von Fleischprodukten und fossilen Brennstoffen erlassen. Seit dem 1. Mai wurden laut einem Bericht der BBC Plakate für Burger, benzinbetriebene Autos und Fluggesellschaften von Werbetafeln sowie von Haltestellen der Straßenbahn und U-Bahn entfernt. An ihre Stelle treten nun Anzeigen für das Rijksmuseum, das niederländische Nationalmuseum, sowie für Musikkonzerte.
Die politischen Entscheidungsträger in der Hauptstadt sind der Ansicht, dass diese Maßnahme das Stadtbild mit den Umweltzielen der lokalen Regierung in Einklang bringen könnte. Das erklärte Ziel ist es, dass Amsterdam bis 2050 klimaneutral wird und die Einwohner ihren Fleischkonsum im selben Zeitraum halbieren.
Bislang machten Fleischprodukte nur einen geringen Teil des städtischen Außenwerbemarktes aus – etwa 0,1 Prozent der Werbeausgaben, verglichen mit rund 4 Prozent für Produkte aus fossilen Brennstoffen. Der Markt wurde vor allem von Bekleidungsmarken, Filmplakaten und Werbung für Mobiltelefone dominiert.
Der niederländische Fleischverband zeigte sich unzufrieden mit diesem Schritt und bezeichnete ihn als „unerwünschte Methode, das Verbraucherverhalten zu beeinflussen“. Fleisch liefere essenzielle Nährstoffe und solle für die Verbraucher sichtbar und zugänglich bleiben.
Amsterdam beginnt jedoch nicht bei Null. Bereits 2022 kündigte Haarlem als erste Stadt weltweit ein umfassendes Verbot der meisten Fleischwerbung im öffentlichen Raum an. Dieses trat 2024 gemeinsam mit einem Verbot von Werbung für fossile Brennstoffe in Kraft. Utrecht und Nijmegen folgten mit eigenen Einschränkungen; in Nijmegen betrifft das Verbot auch Milchprodukte. Weltweit haben Dutzende Städte Werbung für fossile Brennstoffe verboten oder diskutieren solche Pläne – darunter Edinburgh, Sheffield, Stockholm und Florenz. Frankreich hat sogar ein landesweites Verbot erlassen.
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