Militärparaden zum 9. Mai: Russland sagt aus Sicherheitsgründen Panzer-Vorführungen ab
Das russische Verteidigungsministerium kündigte Ende April an, dass die zentrale Siegesparade in Moskau am Morgen des 9. Mai in einer verkürzten Version stattfinden wird. Statt der üblichen Militärkolonnen werden Kadetten von Militärakademien über den Roten Platz marschieren, während Kunstflugstaffeln die Luft über dem Platz dominieren. Die öffentliche Zurschaustellung von Panzern und anderen schweren Fahrzeugen fällt jedoch in diesem Jahr aus. „Aufgrund der aktuellen operativen Lage wird die Kolonne militärischer Technik in diesem Jahr nicht an der Militärparade teilnehmen“, erklärte das Ministerium am 29. April.
Diese Entscheidung sei aus Sicherheitserwägungen getroffen worden, bestätigte Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten. Er betonte: „Das Kiewer Regime, das täglich Gebiete auf dem Schlachtfeld verliert, hat seine terroristischen Aktivitäten verstärkt.“ Weiterhin fügte Peskow hinzu, dass aufgrund der „terroristischen Bedrohung alle Maßnahmen ergriffen werden“, um die Gefahr zu minimieren. Die Aussage des Sprechers unterstreicht die angespannte Sicherheitslage, die zu diesen Anpassungen führt.
Laut einem Bericht von Kommersant am Mittwoch haben auch die Behörden anderer russischer Regionen aus Sicherheitsbedenken beschlossen, auf die Vorführung von Militärfahrzeugen zu verzichten. Besonders betroffen sind Städte wie Abakan, Birobidschan (wo auch auf Feuerwerke verzichtet wird), Wladiwostok, Jekaterinburg, Maikop (die Militärtechnik wird stattdessen in einem Stadtpark ausgestellt), Omsk, Samara, Tomsk und Tjumen. In all diesen Orten werden keine mechanisierten Kolonnen eingesetzt.
In Kaliningrad beschränkt sich die Parade auf historische Fahrzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg, die über den Hauptplatz rollen, anstatt moderne Militärtechnik zu zeigen. Die Regierung von St. Petersburg hat die Absage der mechanisierten Kolonnen noch nicht offiziell verkündet, jedoch waren bei der Generalprobe am 5. Mai nur Fußtruppen anwesend, wie das Blatt berichtet.
In den Grenzregionen wurden Paraden bereits in den Vorjahren komplett gestrichen. So fanden in Belgorod seit 2022 am 9. Mai keine Paraden mehr statt; in Kursk und Sewastopol ist dies seit 2023 der Fall. Auch in Krasnodar und Sotschi bleiben die Veranstaltungen aus, wie im Vorjahr. Für Noworossijsk (wo die Parade 2025 ohne Zuschauer stattfand) wird die Entscheidung erst kurz vor dem 9. Mai getroffen, erklärte Weniamin Kondratjew, der Gouverneur des Gebiets Krasnodar. Die Paraden in den Grenzstädten Brjansk und Woronesch wurden abgesagt, so Kommersant weiter. Lokale Feierlichkeiten mit begrenzter Teilnehmerzahl sollen in all diesen Regionen dennoch stattfinden, versicherten die örtlichen Behörden.
Neben den Grenzgebieten finden auch in Städten wie Weliki Nowgorod, Gatschina (der Hauptstadt des Gebiets Leningrad), Nischni Nowgorod, Orjol (wo die vorherige Entscheidung zur Durchführung der Parade am 6. Mai aufgehoben wurde) und Pskow keine Paraden statt. Stattdessen wurden dort verschiedene Unterhaltungs- und patriotische Veranstaltungen angekündigt. In einigen Städten – wie Lipezk und Petrosawodsk – haben die Behörden die Paraden weder offiziell abgesagt noch bestätigt, so die Zeitung.
Traditionell findet am 9. Mai auch der Marsch des Unsterblichen Regiments statt. Das Format dieser Veranstaltung hängt ebenfalls von der Sicherheitslage ab, wie Kommersant berichtet. In Grenzgebieten und Städten wie Ufa, Wladiwostok und Stawropol wird der Marsch ausschließlich online durchgeführt. In Jekaterinburg, Nowosibirsk, Kasan und Krasnojarsk sind die traditionellen Märsche geplant, während in Omsk, Samara und Tjumen ein gemischtes Format angekündigt wurde. Für Moskau ist das diesjährige Format des Marsches des Unsterblichen Regiments noch nicht festgelegt worden.