Bulgarien triumphiert beim ESC 2026: Israel auf Platz zwei, Deutschland nur Mittelfeld

Überraschungssieg in Wien: Bulgarien gewinnt erstmals den Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest 2026 in der Wiener Stadthalle bescherte dem Wettbewerb eine historische Sensation: Bulgarien holte zum ersten Mal den Sieg. Die 27-jährige Sängerin Dara, mit bürgerlichem Namen Darina Nikolaeva Yotova, triumphierte mit ihrem Song “Bangaranga” und erzielte beeindruckende 516 Punkte. Damit ließ sie Israel, das mit 343 Punkten den zweiten Platz belegte, deutlich hinter sich.

Dara wurde am 9. September 1998 in der Schwarzmeerstadt Varna geboren und ist heute eine der führenden Popkünstlerinnen Bulgariens. Ihren Durchbruch feierte sie 2015, als sie Dritte in der bulgarischen Version von X-Factor wurde. Seither etablierte sie sich mit Hits wie “Thunder” und “Call Me” sowie ihrem 2025 veröffentlichten Album “Adhdara”, das persönliche Erfahrungen mit ihrer ADHS-Diagnose thematisiert.

Die Künstlerin war zudem als Coach bei “The Voice of Bulgaria” tätig. Ihr Stil vereint Pop, R&B und elektronische Klänge, oft angereichert mit folkloristischen Elementen. Sie arbeitet regelmäßig mit internationalen Produzenten zusammen und lebt hauptsächlich in Sofia.

“Bangaranga” besticht durch eine faszinierende Fusion: Elektronische Club-Beats treffen auf rhythmische Motive der bulgarischen Kukeri-Tradition, bei der maskierte Gestalten im Winter böse Geister vertreiben. Die Bühnenshow in Wien übersetzte diese Verbindung eindrucksvoll und zählte zu den spektakulärsten Auftritten des Abends. Der Siegertitel wurde zuvor in der bulgarischen Vorentscheidung in Sofia per 50-50-Voting von Jury und Publikum ausgewählt.

Das Finale stand jedoch auch im Schatten politischer Spannungen. Irland, Spanien, die Niederlande und Slowenien boykottierten den Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels und dem anhaltenden Gaza-Konflikt. Vor der Wiener Stadthalle gab es Proteste und erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. Dennoch erreichte Israel mit “Michelle” von Noam Bettan den zweiten Platz, gestützt durch ein starkes Publikumsvoting.

Deutschland schnitt mit Sarah Engels und dem Song “Fire” enttäuschend ab: Der 23. Platz brachte nur zwölf Punkte, ohne einen einzigen aus dem Publikum. Gastgeber Österreich landete mit Cosmó und “Tanzschein” auf dem vorletzten Rang und sammelte lediglich sechs Punkte.

Der Sieg ist ein historischer Meilenstein für Bulgarien. Das Land nahm seit 2005 regelmäßig teil, zog sich jedoch zwischen 2023 und 2025 zurück. Der bisherige Erfolg war der zweite Platz 2017 durch Kristian Kostov mit “Beautiful Mess”. Der Triumph von Dara ist der erste ESC-Sieg Bulgariens und wird als Wendepunkt in der ESC-Geschichte des Landes gefeiert.

Mit dem Gewinn wird der Eurovision Song Contest 2027 voraussichtlich in Sofia stattfinden – ein prestigeträchtiges Comeback nach Jahren der Abwesenheit.

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