Milliarden-Coup für E-Autos: Deutschland startet Kaufprämie neu

Seit dem gestrigen Dienstag ist es so weit: Privatpersonen, die ein Elektroauto kaufen möchten, können nun die neu aufgelegte staatliche Förderung beantragen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und BAFA-Präsidentin Mandy Pastohr gaben offiziell den Startschuss für das Förderportal. Rückwirkend werden alle Neuwagen berücksichtigt, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden.

Wem steht die Prämie zu und wie hoch fällt sie aus?

Die finanzielle Unterstützung richtet sich ausschließlich an Privathaushalte. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von höchstens 80.000 Euro. Für Familien mit bis zu zwei Kindern unter 18 Jahren liegt die Einkommensgrenze bei 90.000 Euro.

Die Förderung ist sozial gestaffelt und setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Basisprämie: 3.000 Euro für reine Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeuge, 1.500 Euro für Plug-in-Hybride und Range-Extender.
  • Kinderbonus: 500 Euro pro Kind, maximal 1.000 Euro.
  • Einkommensbonus: Jeweils 1.000 Euro für Haushalte mit einem Jahreseinkommen unter 60.000 Euro bzw. unter 45.000 Euro.

Die maximale Fördersumme liegt somit bei 6.000 Euro für ein reines Elektroauto und bei 4.500 Euro für ein Hybridfahrzeug. Aktuell werden Fahrzeuge aller Hersteller und Herkunftsländer gefördert. Allerdings zieht die Bundesregierung in Betracht, die Prämie künftig auf Modelle europäischer Hersteller zu beschränken.

Digitaler Antragsprozess: So funktioniert es

Der gesamte Antrag wird digital über das BAFA abgewickelt. Folgende Unterlagen sind erforderlich:

  • Die beiden letzten Steuerbescheide
  • Ein Kauf- oder Leasingvertrag
  • Der Fahrzeugschein

Zwingend notwendig ist ein BundID-Konto. Dieses kann entweder mit dem Online-Personalausweis und der dazugehörigen PIN oder mit einem ELSTER-Zertifikat eingerichtet werden. Wer seinen Online-Ausweis bisher noch nicht genutzt hat, sollte die PIN rechtzeitig beim Bürgeramt beantragen. Wichtig: Wer die Prämie erhält, muss das Fahrzeug mindestens drei Jahre lang halten. Für Plug-in-Hybride und Range-Extender ist die Förderung zudem bis zum 30. Juni 2027 befristet.

Neuer Anlauf für die E-Mobilität: Der Markt im Überblick

Für das Förderprogramm stehen bis 2029 insgesamt drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Das Umweltministerium rechnet mit etwa 800.000 geförderten Fahrzeugen. Bereits vor dem Start der Förderung zog der Markt spürbar an: Im März 2026 wurden laut Kraftfahrtbundesamt 70.663 reine Elektroautos neu zugelassen – ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Anteil reiner Elektroautos an allen Neuzulassungen lag damit bei 24 Prozent, dem höchsten Wert seit 2022. Auch im April blieb der Anteil mit rund einem Viertel konstant hoch.

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