Ebola-Alarm in Berlin! US-Patient wird in der Charité behandelt

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Die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigte zu Beginn der Woche auf einer Pressekonferenz, dass ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Bürger zur medizinischen Versorgung nach Deutschland gebracht wurde. Gleichzeitig seien sechs Personen aus seinem engsten Umfeld, die ein hohes Ansteckungsrisiko aufweisen, ebenfalls nach Deutschland verlegt worden. Der Patient landete am Dienstagabend in Berlin und wurde unter massiver Polizei- und Feuerwehrbegleitung in die Universitätsklinik Charité gebracht, wo er auf der Isolierstation behandelt wird.

Bereits am Wochenende wurde publik, dass ein im Kongo tätiger amerikanischer Arzt nach direktem Kontakt mit Erkrankten positiv auf die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus getestet worden war. Die CDC informierte am Montag darüber, dass der Mann zur weiteren Behandlung nach Deutschland geflogen werde. Laut einem CDC-Sprecher befanden sich auch sechs enge Kontaktpersonen an Bord der Maschine – ebenfalls zu Überwachungszwecken. Wo das Flugzeug ursprünglich in Deutschland landete und der Infizierte erstversorgt wurde, ist bisher unbekannt.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erklärte am Dienstag, die US-Behörden hätten um Unterstützung bei der Aufnahme des Patienten in Deutschland gebeten. In einem Bericht der Welt hieß es dazu:

“Zum Behandlungsort in Deutschland gab es zunächst keine Informationen. Das Bundesgesundheitsministerium erläuterte allgemein, für das Management und die Versorgung von Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger gebe es ein bundesweites Expertennetzwerk.”

Am Mittwochmorgen vermeldete der rbb, dass der Ebola-Patient in der Berliner Charité aufgenommen worden sei. Zu den Umständen erklärte ein Polizeisprecher:

“Wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte, kam das Sonderflugzeug um 0.20 Uhr am Flughafen BER an. Ein spezieller Rettungswagen brachte den Mann etwa zwei Stunden später zu der Isolierstation auf dem Charité Campus Virchow-Klinikum im Wedding. Dabei begleiteten ihn laut Sprecher 60 Polizeibeamte. Der Transport sei störungsfrei verlaufen.”

Inzwischen wurde bekannt, dass es sich bei dem Patienten um den US-amerikanischen Arzt Peter Stafford handelt. Er war für die christliche Missionsorganisation “Serge” aus den USA im Kongo tätig. Laut Bild-Informationen wurde Stafford gemeinsam mit den sechs Kontaktpersonen zum Flughafen Berlin geflogen, darunter “vermutlich seine Familie”.

Ein Beitrag von Franklin Graham, Präsident der christlichen Hilfsorganisation “Samaritan’s Purse”, für die Stafford ebenfalls in Afrika gearbeitet hatte, gab am Dienstag genauere Einblicke in die familiäre Situation. Graham schrieb:

“Bitte betet auch für seine Frau, Dr. Rebekah Stafford, und ihre vier Kinder. Die Staffords sind nun gemeinsam mit Serge im Einsatz, nahmen jedoch vor einigen Jahren an unserem ‘Samaritan’s Purse Post-Residency Program’ teil.”

Unklar bleibt weiterhin, wer die siebente ausgeflogene Person ist – abgesehen von den sechs Familienangehörigen. Auch der aktuelle Aufenthaltsort von Staffords Frau und den vier Kindern ist nicht bekannt. Zur Einlieferung in die Charité heißt es in Medienberichten:

“Das Krankenhaus hat eine Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum. Dort gibt es eine hochspezialisierte Infrastruktur für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden, lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Sie ist eine in sich geschlossene und geschützte Einheit. Sie ermöglicht die Isolation, Diagnostik und Behandlung von bis zu 20 Menschen gleichzeitig. Die Sonderstation verfügt über eigene Zugangswege und Schleusensysteme, Lüftungs- und Filteranlagen sowie eine geschlossene Abwasseraufbereitung.”

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:

“‘Für die Bundesregierung ist es selbstverständlich, dass wir unseren Partnern helfen’. Deutschland verfüge über ein leistungsfähiges Versorgungsnetzwerk, auch für Patienten mit hochinfektiösen Krankheiten. ‘Sie werden bestmöglich versorgt – und wir wahren dabei die höchsten Sicherheitsvorkehrungen’.”

Warken dankte allen Beteiligten für den Transport und die medizinische Versorgung in der Charité. “Dem Patienten wünsche ich alles erdenklich Gute für seine Gesundheit.”

Der Berliner Tagesspiegel berichtet, dass sich bereits “hiesige Hochschulkliniken auf weitere Fälle vorbereiten” würden. Die Welt titelte: “Gespenstische Szenen in Berlin – Spezialflugzeug mit Ebola-Patient gelandet”.

Eine Pressemitteilung der Charité lag bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht vor.

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