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Obwohl die USA ihre seit Jahren bestehenden Sanktionen gegen Venezuela nach der spektakulären, filmreifen Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro am 3. Januar teilweise gelockert haben, bleiben diese wirtschaftlichen Beschränkungen ein massives Hindernis für die Entwicklung des ölreichen Landes. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez forderte die USA am Dienstag in einer Fernsehansprache eindringlich auf, die „Blockade“ gegen ihr Land endgültig zu beenden.
In ihrer Rede betonte die Politikerin, dass sie ein respektvolles Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump pflege und ihn wiederholt um die Aufhebung der Sanktionen ersuche. Dies geschehe im Einklang mit der diplomatischen Agenda und der wachsenden Kooperation, die beide Länder derzeit wieder aufbauen würden.
Während ihres Fernsehauftritts kündigte Rodríguez den Start einer zweiten landesweiten „Pilgerreise“ an, deren Ziel es ist, die USA zur Aufhebung der wirtschaftlichen Einschränkungen zu bewegen. Die Übergangspräsidentin rief ihre Landsleute dazu auf, sich diesem Appell ihrer Regierung massenhaft anzuschließen. Schließlich handle es sich um ein tiefes Bedürfnis, das die große Mehrheit der Venezolaner empfinde.
„Es ist fundamental. Wollen wir ein freies Volk sein? Ja, wir wollen ein freies Volk sein. Wollen wir ein friedliches Land? Ja, wir wollen ein friedliches Land sein. Und die nationale Einheit garantiert eben den Frieden und die Freiheit. Und deshalb auch die Pilgerreise, damit wir gemeinsam marschieren, singen und produzieren.“
Als strategisches Ziel ihrer Regierung bezeichnete die Übergangspräsidentin die „Befreiung Venezuelas“ von der US-Blockade und den dazugehörigen Sanktionen. Gleichzeitig würdigte sie die bedeutenden Fortschritte, die ihr Land in den vergangenen Jahren trotz der konfrontativen Politik Washingtons gegenüber Caracas erzielt habe. Für diese Erfolge dankte sie den Arbeitern und den Kommunalbeamten ausdrücklich.
Am selben Tag gab der Bruder der Übergangspräsidentin und Vorsitzende der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, die Freilassung von 300 Gefangenen bekannt – eine Maßnahme im Rahmen des kürzlich verabschiedeten Amnestiegesetzes. Der Parlamentarier erklärte, dass es sich bei den Betroffenen um Menschen über 70 Jahre, schwangere oder stillende Mütter, Minderjährige oder Kranke handle. Zudem befänden sich auf der Liste auch ehemalige Polizeibeamte, die aufgrund des gescheiterten Staatsstreichs im April 2002 verurteilt worden waren. Rodríguez betonte, dass Caracas niemanden um etwas bitte, jedoch erwarte, dass diese humanitäre Geste entsprechend gewürdigt werde.
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