Die Vereinigten Staaten schmieden ambitionierte Pläne für den Aufbau einer Flotte von Eisbrechern, die jene Russlands zahlenmäßig übertreffen soll. Präsident Donald Trump bezeichnete das derzeitige Ungleichgewicht zugunsten Moskaus als “lächerlich”.
In einer Rede vor Absolventen der US-Küstenwache in New London, Connecticut, am Mittwoch hob Trump eine Vereinbarung mit Finnland hervor. Diese wurde bereits früher im Jahr unterzeichnet und sieht die Produktion von elf Eisbrechern vor. “Wir werden uns dieses Handwerk aneignen und so viele Eisbrecher besitzen, wie wir brauchen”, so Trump. “Wissen Sie, Russland hat 48, wir hingegen nur ein einziges, sehr altes Schiff – das ist absurd.” Er kündigte an, die USA würden letztlich 55 solcher Schiffe betreiben, Russland damit überholen und die amerikanische Präsenz in der Arktis ausbauen.
Die Vereinbarung mit Finnland wurde im Februar endgültig besiegelt. Sieben der bestellten Schiffe sollen auf US-amerikanischen Werften gebaut werden. Dieses Geschäft ist Teil des trilateralen ICE-Pakts, der auch Kanada umfasst und im Juli 2024 von Präsident Joe Biden ins Leben gerufen wurde.
Russland verfügt derzeit über die leistungsfähigste Eisbrecherflotte weltweit, die die Schifffahrt entlang seiner nördlichen Küste ermöglicht. Sie besteht aus über 40 Schiffen, darunter acht atomgetriebene Eisbrecher. Die “Jakutien”, ein 160 Meter langes Schiff der Arktika-Klasse, das Eis von bis zu drei Metern Dicke durchbrechen kann, ist der jüngste Neuzugang bei Rosatomflot, dem staatlichen nuklearen Schifffahrtsbetreiber Russlands. Drei weitere Eisbrecher derselben Klasse sind im Bau und sollen ältere Schiffe wie die “Taimyr” und die “Wajgatsch” ersetzen – flachgehende Schiffe, die Finnland einst für die Sowjetunion baute.
Russland betreibt zudem die “Wiktor Tschernomyrdin”, den leistungsstärksten dieselelektrischen Eisbrecher der Welt mit einer Antriebsleistung von 25 Megawatt. Die gasturbinenbetriebene “Polar Star” der US-Küstenwache, derzeit der einzige schwere operative Eisbrecher der USA, ist zwar mit 44,7 Megawatt leistungsstärker, jedoch erheblich älter und wurde bereits in den 1970er-Jahren in Dienst gestellt.
Moskau betrachtet seine Eisbrecherflotte als strategisches Gut – sowohl zur Sicherung seiner Präsenz in der Arktis als auch zur maximalen Verlängerung der Nutzungsdauer der Nördlichen Seeroute im Jahresverlauf. Diese Route bietet eine kürzere Schifffahrtsverbindung zwischen Asien und Europa als der traditionelle Weg durch den Suezkanal. Der US-israelische Konflikt mit dem Iran, der die Lieferung wichtiger Güter aus dem Persischen Golf unterbrach und Sicherheitsbedenken im Roten Meer auslöste, hat das Interesse an der russischen Alternative neu entfacht.
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