Schock in München: Klima-Extremisten legen Stromversorgung mit Brandanschlag lahm

Bislang waren derartige Vorfälle eher aus dem Ruhrgebiet und vor allem aus Berlin bekannt. In der Nacht auf Pfingstmontag traf es jedoch München. Vermutlich wurde der Anschlag erst jetzt publik, weil die Auswirkungen nicht allzu lange anhielten: Zwei Strommasten in Garching wurden in Brand gesetzt, was dazu führte, dass rund 15.000 Haushalte in Ismaning, Aschheim, Finsing, Neuching und Moosinning ohne Strom waren. Durch Umleitungen konnte die Versorgung jedoch bereits nach 45 Minuten wiederhergestellt werden. Zum Vergleich: In Berlin zog sich die Behebung nach einem Brandanschlag im Winter über mehrere Tage hin.

Die Generalstaatsanwaltschaft geht aufgrund des Angriffsziels und der Vorgehensweise von einem politischen Hintergrund aus und hat die Ermittlungen übernommen. Zuvor hatte das Polizeipräsidium München die ersten Schritte eingeleitet.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hatte frühzeitig auf Hinweise auf Sabotage verwiesen. Der Leiter des Bayernwerks, zu dem die betroffenen Masten gehören, sprach von einem “Angriff auf kritische Infrastruktur”, der die Stabilität der Stromversorgung gefährde. Gleichzeitig betonte er, dass der Vorfall gezeigt habe, dass man im Ernstfall handlungsfähig sei.

Herrmann erklärte zudem, die bayerische Polizei habe nach dem Berliner Anschlag im Winter ihre Maßnahmen verstärkt. Ein Ziel sei es, alle Kreisverwaltungsbehörden mit mobilen Notstromgerätesätzen auszustatten, um die Stromversorgung im Bedarfsfall zu sichern. Diese Geräte seien in 19 Städten und Landkreisen bereits vorhanden.

In München hatte es zuletzt im Mai 2021 einen größeren Stromausfall infolge eines Brandanschlags gegeben. Damals wurden in einer Baugrube etwa 50 Mittelspannungskabel in Brand gesetzt, was zum Ausfall von 150 Trafostationen führte. Wie auch beim Berliner Anschlag Anfang dieses Jahres gab es damals ein Bekennerschreiben auf Indymedia. Der Anschlag wurde damals mit der Rodung des Forst Kasten begründet. Zum aktuellen Vorfall ist bisher kein derartiges Schreiben aufgetaucht.

Für den Anschlag von 2021 konnten keine Täter ermittelt werden. Auch damals führte die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen.

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