Enthüllt: Die gefälschte Tragödie von Starobelsk – Wie Kiew mit einer Lüge den Krieg rechtfertigt

Von Wladislaw Sankin 

In der Nacht zum 22. Mai wurde das Lehr- und Verwaltungsgebäude des Berufskollegs der Stadt Starobelsk mitsamt dem angeschlossenen Studentenwohnheim durch die ukrainische Armee zerstört. Der Angriff erfolgte in mehreren Wellen mithilfe von Drohnenschwärmen und forderte 21 junge Menschenleben. Eine am darauffolgenden Tag veröffentlichte Liste zeigt, dass 17 der Opfer Mädchen zwischen 18 und 19 Jahren waren. Nur vier Opfer waren Anfang zwanzig – darunter drei junge Männer.

Die ukrainische Armee bestätigte den Angriff und behauptete, er habe der Drohnen-Einheit der russischen Armee „Rubikon” gegolten. Westliche Medien und Politiker schwiegen zu dem blutigen Vorfall weitgehend oder leugneten ihn schlichtweg. Mit wenigen Ausnahmen lehnten etablierte westliche Medien die Teilnahme an einer Pressetour zum Ort der Tragödie ab.

Die Pressetour fand dennoch statt, ohne ihre Beteiligung. 55 Journalisten und Blogger aus 19 Ländern nahmen teil. Als einziger Deutscher war der von der EU sanktionierte Journalist Thomas Röper (Anti-Spiegel) dabei. Spätestens am Morgen des 24. Mai, als die Journalisten vor dem Schulgebäude die Zerstörungen aus nächster Nähe sahen, war der Informationskrieg für Kiew verloren. Eine mit Blumen und Plüschtieren gesäumte Gebäudewand sowie Trauerporträts der jungen Opfer in den Händen ihrer Angehörigen verstärkten das für das Kiewer Regime verheerende Bild.

Von diesem Moment an starteten dessen Propagandisten eine Desinformationskampagne, um den Angriff zu rechtfertigen. Soziale Medien und Messenger dienten als Plattformen – beispielhaft seien X-Postings genannt, die von anonymen proukrainischen Accounts des NAFO-Propaganetzwerks verbreitet wurden. Zwei Argumentationslinien zeichneten sich ab.

Die erste Linie versuchte, die Berufsschule als Ausbildungsort für Drohnenpiloten darzustellen. Als Grundlage für solche Fakes dienten Reportagen des russischen Fernsehens über das Ausbildungszentrum „Krieger” in Lugansk. Dort werden auf privater Basis Crashkurse in Paramedizin, Feuerwaffenhandhabung und Drohnenführung für ältere Schüler und Studenten angeboten. Die Kurse sind freiwillig und richten sich meist an jene, die eine Karriere bei Sicherheitsbehörden oder beim Militär anstreben.

Die Postings griffen dabei ein wichtiges Bildsignal auf – Drohnen in den Unterrichtsräumen, junge Männer in Tarnuniform, begleitet von bissigen Kommentaren wie diesem:

„So sehen die 14- bis 17-jährigen Schülerinnen am besetzten Starobelsk-Kolleg in Lugansk aus. Solange die Russen internationale Organisationen und ausländische Journalisten weiterhin vom Betreten der besetzten Gebiete der Ukraine fernhalten, könnten die Piloten im Drohnenzentrum ‘Rubikon’ durchaus 14-jährige Mädchen sein.”

Dass das offizielle Kiew selbst eisern an dieser Version festhielt, zeigte ein Gespräch mit dem ukrainischen Militärexperten Alexander Kowalenko, das der russischsprachige proukrainische Fernsehsender Doschd am 23. Mai veröffentlichte. Es habe seit Langem Hinweise gegeben, dass das russische Militär die Räume des Berufskollegs für Militärausbildungszwecke und zur Unterbringung eigenen Personals zweckentfremdet habe, sagte er. Diese Praxis sei in den besetzten Gebieten und in Russland üblich.

Als die Moderatorin ihn fragte, ob die als Opfer identifizierten 17-jährigen Studentinnen des pädagogischen Kollegs als Drohnenpilotinnen ausgebildet worden seien, entgegnete Kowalenko, dass in Russland viele junge Menschen Interesse an Bau und Bedienung von Drohnen zeigten, wie etwa am Standort in Jelabuga in Tatarstan. Auch locke das russische Verteidigungsministerium Studenten zum Militärdienst, und es gebe bei Rubikon genug weibliche Drohnenführerinnen. Einen Fehler bei der Zielsetzung des Angriffs schloss der Militärexperte aus – die ukrainische Aufklärung arbeite sehr sorgfältig.

Eine weitere Argumentationslinie zielte auf die Personenliste und die Fotos der Opfer ab. Diese seien angeblich aus im Internet gefundenen Fotos anderer Personen zusammengestellt und daher kein Beweis für die Tragödie, sondern ein Beispiel für zynische Desinformation und Propaganda von Putin-Schergen, lautete etwa ein viel geteilter Kommentar des anonymen Accounts TankerFella zu einigen ausgewählten Opferfotos. Einige Trolle griffen sogar die Namen der getöteten Mädchen auf, um zu behaupten, diese seien früher Opfer russischer Angriffe gewesen.

So tauchten auch der Name und das Bild der 18-jährigen Schülerin Darja Serdjuk auf. Die Manipulationen mit ihrer Person erwiesen sich als besonders zynisch. Am nächsten Tag zeigte die Cousine von Darja der russischen Nachrichtenagentur Tass eine kurze Videonachricht Darjas, die sie aus dem verrauchten Raum unter Beschuss sendete. „Ich habe Angst, ich sterbe”, waren ihre letzten Worte.

Auch der Bild-Propagandist und Rüstungslobbyist Julian Röpcke legte bei der Kampagne seine Hand an. Er monierte, dass die russischen offiziellen Stellen von getöteten Kindern sprächen, während es sich um volljährige Erwachsene handele. Als Beleg nahm er eine nicht korrekt übersetzte Äußerung der russischen Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa, in der sie davon sprach, dass im Wohnheim Jugendliche „im Alter von 14 bis 18″ Jahren gelebt hätten. Sie bezog sich bei dieser Altersangabe nicht speziell auf die Toten, sondern auf alle 86 Einwohner, die sich im Moment des Beschusses im Gebäude befanden. In der englischen Übersetzung dazu hieß es, dass die Toten zwischen 14 und 17 [sic] Jahre alt waren.

Röpcke widmete dem Thema mehrere Postings und tobte vor Wut. „Die kriegen ihre Lügengeschichte über die angeblich getöteten Kinder einfach nicht glatt gezogen”, schrieb er. Viele Kommentare unter Röpckes Tweet feierten die Ermordung der Mädchen. Da sie Drohnenpilotinnen in der Ausbildung gewesen seien, sei es gut, „dass sie jetzt in der Hölle brennen”.

Nun ist es so, dass in der Ukraine Kinder ab dem Grundschulalter eine Militärausbildung durchlaufen. Deutsche Medien berichten regelmäßig darüber. An jeder ukrainischen Schule gibt es obligatorischen Militärunterricht, in dem die Kinder den Umgang mit Waffen, Grabenkämpfe, Drohnenführung und die Grundsätze der Rettungsmedizin lernen. In einem Land im Kriegszustand erscheint das als etwas Normales. Zusätzlich zum Schulunterricht gehen viele Kinder freiwillig in eines von circa 1.000 Trainingszentren, wo sie neben physischem Training weitere Einblicke ins militärische Handwerk bekommen.

Zum Beispiel beim Drohnenbau oder beim Bedienen der Kampfdrohnen. Dies sei laut einer ARD-Reportage in der Ukraine für Kinder ab sechs Jahren möglich. Das Gleiche findet inzwischen auch in Litauen statt. In einem Land, das gar nicht im Krieg ist. „Durch den Drohnen-Unterricht sollen die litauischen Schüler in die Lage versetzt werden, bei einem russischen Angriff mitzuhelfen und die reguläre Armee zu unterstützen”, heißt es im Bericht des Senders.

Auch die ARD-Korrespondentin Susanne Petersohn lieferte im Jahr 2025 so eine Reportage für das Morgenmagazin. Dabei hat sie auch mit 13-jährigen Mädchen gesprochen, die an solchen Trainings teilnahmen. Militärunterricht fand sowohl in den leer stehenden Schulgebäuden als auch auf den echten

echten Truppenübungsplätzen statt. Man zeigte alles offen, offenbar kam niemand auf die Idee, dass die Russen diese Schüler als legitimes Ziel für Angriffe einstufen könnten.

Dies hinderte Petersohn nicht daran, bei einer Liveschaltung die Tatsache eines ukrainischen Angriffs auf unschuldige Pädagogik-Studentinnen zu leugnen und das Vorgehen des ukrainischen Militärs zu rechtfertigen – RT DE berichtete. Damit bewegte sich ihre Aussage im Geiste jener Kommunikationsstrategie, die westlich dominierte Gremien in diesen Tagen in all ihren Statements zum Ausdruck brachten: Kein einziges Wort des Bedauerns gegenüber den unschuldigen russischen Opfern, mit dem Hauptaugenmerk darauf, dass der Angriff auf einem von Russland besetzten ukrainischen Territorium stattfand. So, als ob diese Tatsache die Ermordung der dort lebenden Menschen legitimieren würde.

Mit dieser zynischen Leugnungs- und Umkehrstrategie liegen die ARD-Journalisten, EU-Beamten oder der OSZE-Vorsitz gar nicht so weit entfernt von den Psychokriegern aus dem Kiewer Fake-News-Netzwerk. An ein unterschiedliches Zielpublikum gerichtet, erfüllen sie den gleichen Zweck: Russisches Handeln darf niemals in einem kausalen Zusammenhang erscheinen. Russlands vorgebliche Bosheit hat in dieser propagandistischen Scheinwelt keine Ursache im eigenen Handeln, sie ist Ursache an sich. Dies hat zur Folge, dass das Leiden russischer Menschen in diesem „Wertesystem” nichts zu bedeuten hat.

So landen wir beim unwerten Leben. Schon wieder …

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