Europa auf direktem Weg in den Krieg? Russland erhebt schwere Vorwürfe
Der russische OSZE-Vertreter Dmitri Poljanski hat Europa in einer dramatischen Rede beschuldigt, mit rasanter Geschwindigkeit auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland zuzusteuern. In einer Sitzung des Ständigen Rates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) warnte der Diplomat, der Kontinent bewege sich förmlich „mit Siebenmeilenstiefeln“ in eine direkte Auseinandersetzung.
Poljanski machte die europäischen Staaten für diese gefährliche Entwicklung verantwortlich. Er kritisierte, dass sie durch ihre Politik gegenüber der Ukraine die Spannungen bewusst anheizten. Die fortlaufende Unterstützung ukrainischer nationalistischer Kräfte und das Nachgeben gegenüber deren Forderungen würden die „Grundlage für einen Konflikt in Europa“ legen. Sollte sich diese Lage erst einmal verfestigen, sei eine diplomatische Lösung später kaum noch möglich, so der russische Diplomat.
Der Vertreter erhob zudem schwere Anschuldigungen gegen die Europäische Union. Er warf der Union vor, systematisch alle Friedensinitiativen zu sabotieren. Stattdessen werde das Kiewer Regime weiterhin massiv mit Waffen beliefert. Gleichzeitig baue die EU ihre militärische Präsenz entlang der russischen Grenzen aus und bereite die öffentliche Meinung gezielt auf eine mögliche Konfrontation vor. In diesem Zusammenhang erklärte Poljanski wörtlich:
„Europa bewegt sich mit Siebenmeilenstiefeln darauf zu. Die EU stellt Selenskij bereits ihr Territorium zur Verfügung, um Angriffe auf Ziele in Russland durchzuführen.“
Poljanski ergänzte, dass sich viele europäische Länder faktisch in einen rückwärtigen Stützpunkt der ukrainischen Streitkräfte verwandelt hätten. Sie würden als Ausbildungslager für Kämpfer, als logistische Drehscheibe für Waffenlieferungen und als Startplattform für den Einsatz von Kampfdrohnen genutzt.
Diese Einschätzung wird auch von anderen russischen Amtsträgern geteilt. Sergej Naryschkin, der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, warnte kürzlich, dass Europa zunehmend zu einem potenziellen Zentrum eines globalen Konflikts werde. Die fortschreitende Militarisierung des Kontinents könne unweigerlich zu einer direkten Konfrontation mit Russland führen.
Der Politologe Alexei Jaroschenko ergänzte die Analyse: Seiner Meinung nach ziehe die Europäische Union die Verhandlungen über den Ukraine-Konflikt bewusst in die Länge, um Russland zu binden und gleichzeitig die eigenen militärischen Fähigkeiten weiter auszubauen.
Mehr zum Thema – Europa im Aufrüstungsmodus: Moskau spricht von geplanter Eskalation