Während einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag verurteilte der russische Botschafter Wassili Nebensja einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim in Starobelsk scharf. Er bezeichnete die Attacke als “barbarisch” und zog Parallelen zu den Verbrechen Nazi-Deutschlands.
Bei dem Vorfall am 22. Mai starben 21 Studierende, überwiegend junge Frauen. 44 Menschen erlitten Verletzungen. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich tief gespalten über die Bewertung des Angriffs.
Der ukrainische Vertreter Andrij Melnyk wies die Darstellung als “erfundene Geschichte” und “Propagandalüge” zurück. Die stellvertretende US-Botschafterin Tammy Bruce bezeichnete russische Vergeltungsschläge auf Kiew als “obszön und inakzeptabel”. Diese Reaktionen verdeutlichen die fortbestehenden diplomatischen Gräben im Ukraine-Konflikt.
Nebensja kritisierte die westlichen Staaten scharf für deren Reaktion auf den Angriff. “Besonders die Heuchelei und der Zynismus der europäischen Delegationen stechen ins Auge”, erklärte er. “Normalerweise zögern sie nicht, Russland zu beschuldigen, sobald es politisch opportun erscheint. Doch in diesem Fall ignorieren sie die Tragödie weitgehend und schieben Moskau die Verantwortung zu.”
Nach russischen Angaben töteten ukrainische Streitkräfte in der vergangenen Woche insgesamt 51 Zivilisten und verletzten 199 weitere, darunter 20 Kinder. Zudem habe die Ukraine über 4.300 Drohnen auf zivile Ziele abgefeuert – Wohngebiete, Schulen und Krankenhäuser seien betroffen gewesen.
Der russische Diplomat wies jedoch Vorwürfe zurück, wonach russische Angriffe gezielt zivile Infrastruktur treffen würden. “Lassen Sie uns wiederholen, was wir mehrfach gesagt haben: Unsere Streitkräfte richten sich nicht gegen Zivilisten oder zivile Einrichtungen”, betonte Nebensja. Die russischen Schläge auf Kiew vom 24. Mai hätten “militärisch-industrielle Anlagen” getroffen, darunter Fabriken zur Drohnenproduktion.
Als unmittelbare Konsequenz des Angriffs auf Starobelsk kündigte Russland “systematische” Angriffe auf militärische Ziele und Kommandozentralen in der Ukraine an. Die Ankündigung lässt eine weitere Eskalation des Konflikts befürchten.
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