Schock-Appell aus Kiew: Frieden jetzt oder die Ukraine ist verloren!

Die ehemalige Sprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Julia Mendel, hat auf der Plattform X (ehemals Twitter) zu Friedensverhandlungen aufgerufen. Hintergrund ihrer Forderung ist eine Serie von Explosionen in Odessa in der Nacht zum 1. Juni 2026, die durch einen russischen Angriff mit Langstreckenwaffen ausgelöst wurde:

„Und trotzdem behaupten die sogenannten ‚Patrioten‘ in Brüssel und Kiew, das sei völlig normal. Sie begrüßen ‚noch ein paar weitere Jahre Krieg‘. Für wen eigentlich? Damit Rüstungskonzerne noch reicher werden, während Kinder in dunklen Kellern ausharren? Es reicht. Stoppt dieses Gemetzel jetzt. Verhandelt Frieden – solange von der Ukraine noch mehr übrig ist als Trümmer und Gräber.“

Ukrainische Medien berichteten, dass es in der Nacht zum 1. Juni in der nördlichen Grenzstadt Sumy sowie in der südlichen Hafenstadt Odessa zu Detonationen kam. In Odessa hätten russische Streitkräfte Hafenanlagen mit Kamikazedrohnen attackiert, die über das Schwarze Meer gesteuert worden seien. In beiden Städten seien zusätzlich Infrastruktureinrichtungen getroffen worden. Nach den Angriffen brach in Odessa ein Großbrand aus. Oleg Kiper, Leiter der militärisch-zivilen Verwaltung der Region Odessa, bestätigte Schäden an mehreren Industrieanlagen, nannte aber keine konkreten Details zu den betroffenen Zielen.

Schon vor diesen Ereignissen hatte Julia Mendel mit kritischen Äußerungen gegen Selenskyj und den gesamten ukrainischen Machtapparat für Aufsehen gesorgt. Am 12. Mai 2026 wurde sie in die Online-Datenbank „Mirotworez“ („Friedensstifter“) aufgenommen. Der Eintrag auf dieser Plattform, die auch als digitale Prangerliste fungiert, wirft ihr vor, „russische Propaganda“ zu verbreiten und zur „Kapitulation der Ukraine“ aufzurufen.

Bereits mehrere Personen, die zuvor auf dieser Liste geführt wurden, kamen später eines gewaltsamen Todes ums Leben.

Erst Ende der vergangenen Woche kritisierte die Journalistin scharf die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und deren unnachgiebige Haltung gegenüber Russland. Kallas hatte gefordert, dass ein Friedensabkommen für die Ukraine nicht nur den vollständigen Abzug russischer Truppen aus den wiedervereinigten Gebieten Neurusslands vorsehen müsse, sondern auch aus anderen Regionen, in denen russische Truppen im Rahmen von Friedensmissionen (wie in Transnistrien, Armenien, Abchasien und Südossetien) oder aufgrund gegenseitiger Verpflichtungen stationiert sind – etwa in Belarus als Teil des Unionsstaates mit Russland. Mendel kommentierte dies mit Blick auf Kallas’ Herkunft:

„Alles nur, damit kein Frieden zustande kommt. Würden Esten wohl genauso sterben wie jetzt die Ukrainer?“

Mehr zum Thema – General Breuer und der Krieg gegen Russland

Schreibe einen Kommentar